Wenn Hände sprechen
Die Blumen sind schön. Und riesig. Einen ganzen Balkon könnte man mit ihnen schmücken. Oder die größte Vase der Welt. Doch hier, wo es darum geht, die Liebe und ihre Tauglichkeit fürs Leben zu erproben, dienen die langstieligen gelben und fliederfarbenen Schönheiten einzig und allein der Werbung zweier falscher Galane. Also wedeln die Herren Ferrando und Gugliemo, um bald festzustellen, dass sie zwar zum Erfolg kommen, leider aber bei der falschen Frau.
Es hat, gerade in den letzten Jahren, zahlreiche drastische Lösungen für Mozarts «Così fan tutte» gegeben.
Wir wollen sie einmal die Latexlederlösungen nennen. Dabei geriet außer Blick, dass die Musik zwar hier und da eine deutliche und sogar deftige Sprache spricht, dass über weite Strecken in diesem dramma giocoso aber der Tonfall subtiler Süffisanz dominiert, des, wenn man so will, tönend bewegten Augenzwinkerns.
Und genau diesen Tonfall erkennt die Regisseurin Sigrid T’Hooft in ihrer überaus geschmackvollen Inszenierung in Drottningholms Slottsteater. Ihre Aufführung versucht erst gar nicht, eine tiefenpsychologische oder sexualpathologische Deutung zu liefern. T’Hooft bescheidet sich mit der (liebevollen) Darstellung allzu ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Jürgen Otten
Am liebsten schreibt sie für Freunde. Für Menschen, die sie gut kennt. Judith Weir hält wenig von Theorien, Programmen oder Schulen. Wichtiger ist ihr der Dialog mit den Interpreten, die ihre Musik aufführen. Egal ob es sich um Profis oder Laien handelt. Hat nicht jede Sängerin, jeder Instrumentalist, jedes Orchester, jeder Chor eine Persönlichkeit, eine spezielle...
Wohl stammt die Forderung «Prima la musica» aus den Tagen der neapolitanischen Oper. Doch bei Opern-Recitals scheint sie immer noch en vogue, weil deren Zweck für die jeweiligen Sänger und die Schallplattenfirmen vor allem darin liegt, Stimmen quasi ins Schaufenster zu stellen. Wogegen im Grunde nichts einzuwenden ist – denn natürlich ist Oper Theater für und durch...
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