Wenn Hände sprechen
Die Blumen sind schön. Und riesig. Einen ganzen Balkon könnte man mit ihnen schmücken. Oder die größte Vase der Welt. Doch hier, wo es darum geht, die Liebe und ihre Tauglichkeit fürs Leben zu erproben, dienen die langstieligen gelben und fliederfarbenen Schönheiten einzig und allein der Werbung zweier falscher Galane. Also wedeln die Herren Ferrando und Gugliemo, um bald festzustellen, dass sie zwar zum Erfolg kommen, leider aber bei der falschen Frau.
Es hat, gerade in den letzten Jahren, zahlreiche drastische Lösungen für Mozarts «Così fan tutte» gegeben.
Wir wollen sie einmal die Latexlederlösungen nennen. Dabei geriet außer Blick, dass die Musik zwar hier und da eine deutliche und sogar deftige Sprache spricht, dass über weite Strecken in diesem dramma giocoso aber der Tonfall subtiler Süffisanz dominiert, des, wenn man so will, tönend bewegten Augenzwinkerns.
Und genau diesen Tonfall erkennt die Regisseurin Sigrid T’Hooft in ihrer überaus geschmackvollen Inszenierung in Drottningholms Slottsteater. Ihre Aufführung versucht erst gar nicht, eine tiefenpsychologische oder sexualpathologische Deutung zu liefern. T’Hooft bescheidet sich mit der (liebevollen) Darstellung allzu ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Jürgen Otten
Die Wolken hängen tief im Mai. So tief, dass sie die Gipfel der steil aufsteigenden Hänge streifen. Die Bäume sind schwer vom feinen Regen, der in Bergen an bis zu 250 Tagen des Jahres niedergeht. Unten am Fjord dampft die Stadt, als wolle sie wenigstens einen Teil der Nässe ausschwitzen. Die Feuchtigkeit sitzt überall – in den engen Höfen der historischen...
Das Ende des Trojanischen Krieges liegt schon einige Jahre zurück. Idomeneo, König von Kreta, hat längst abgedankt, Sohn Idamante hat die Geschäfte übernommen und mit Ilia einen hübschen Knaben gezeugt. Der glückliche Ausgang von Mozarts Musikdrama legt eine solche Fortsetzung nahe. Alles hat sich zum Besten entwickelt: Frieden zwischen den Völkern, Liebe unter den...
Gian Carlo Menotti, der vor vier Jahren im Alter von fast 96 Jahren verstarb, war eine der umtriebigsten und vielseitigsten Erscheinungen des amerikanischen und europäischen Musik-Business: Komponist und Librettist (nicht nur eigener Werke), Regisseur und Festspielleiter. Seine Opern «Das Medium», «Der Konsul» und «Amahl und die nächtlichen Besucher» wurden auch...
