Schaufenster, Hörbühne, Tango
Wohl stammt die Forderung «Prima la musica» aus den Tagen der neapolitanischen Oper. Doch bei Opern-Recitals scheint sie immer noch en vogue, weil deren Zweck für die jeweiligen Sänger und die Schallplattenfirmen vor allem darin liegt, Stimmen quasi ins Schaufenster zu stellen. Wogegen im Grunde nichts einzuwenden ist – denn natürlich ist Oper Theater für und durch Musik. Allerdings sollte Letztere der dramatischen Idee dienen und quasi die Charaktere erst zum Leben erwecken.
Also geht es auch auf der Hörbühne um das Schaffen von Figuren in dialektischem Bezug zur Musik, um ihre Psychologisierung. Es mag durchaus schwierig sein, dies in der Momentaufnahme einer einzigen Arie auf den Punkt zu bringen, doch gibt es erfreulicherweise Sänger, die auch in dieser Hinsicht nichts unversucht lassen.
Gelegentlich kann freilich eine sehr persönliche Stimmfarbe den Eindruck erwecken, ein Sänger singe alles ziemlich ähnlich – etwa bei Joseph Calleja. «The Maltese Tenor» (so auch der Titel seines neuen Solo-Albums bei Decca) ist ja in sehr frühem Alter ins Rampenlicht getreten und hat nach Informationen seiner Schallplattenfirma ein temporäres «Sabbatical» eingelegt, nicht aus stimmlichen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 28
von Gerhard Persché
Das klingt nach Kraftakt – und ein bisschen so, als wolle der bald scheidende Intendant es noch mal so richtig wissen: erst Arnold Schönbergs «vollendetes» Fragment «Moses und Aron», dann als unmittelbar darauf folgende Premiere Janáceks «Aus einem Totenhaus». Alexander Pereira hat Zürich viel abverlangt. Das Ergebnis gibt ihm Recht, auch wenn die szenische...
ARTE
1.7. – 6.00 Uhr
Carlos Kleiber dirigiert
Brahms: 4. Symphonie. Bayerisches Staatsorchester München.
3.7. – 10.00 Uhr
Offenbach: Orpheus in der Unterwelt.
Festival d’Aix-en-Provence 2009. Musikalische Leitung: Alain Altinoglu, Inszenierung: Yves Beaunesne. Solisten: Pauline Courtin, Julien Behr, Mathias Vidal, Vincent Deliau, Matrie Gautrot, Jérôme Billy, Paul...
Aktueller kann Oper kaum sein: Gerade hat Norddeutschland eine der längsten Trockenperioden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt, da führt Jörn Arneckes Musikdrama «Kryos» dem Publikum die erschreckenden Folgen einer Klimakatastrophe vor Augen – in einer Science-Fiction-Utopie mit Tiefgang und doppeltem Boden. Im 23. Jahrhundert, nachdem ein Großteil der...
