Weder noch
Am Vorabend des Palmsonntags ging es am Staatstheater Kassel auf Ganze. Ein «Musiktheaterabend von den letzten Dingen» unter dem Titel «Weder noch» war angekündigt, für dessen Konzeption und Inszenierung Paul Esterhazy verantwortlich zeichnete. Es wurde ein vielschichtiger Abend, der allerdings mit einigen Buhs in einem insgesamt matten Schlussapplaus endete. Aus den Missfallensbekundungen sprach sicher eine gewisse Frustration über die intellektuell hoch gelegte Latte, die durch erläuternde Maßnahmen zu senken das Theater sich nicht bemüht hatte.
Halten wir uns an das Sicht- und Hörbare. Mit Verdis Requiem traf ein oratorisches Werk, das vor innerer Dramatik birst, auf Morton Feldmans «Neither», eine «Oper», die nichts Dramatisches hat und doch nach einer Bebilderung schreit. Das etwa einhundert Jahre jüngere Stück des Amerikaners auf ein hermetisches Gedicht Samuel Becketts ist als blockartiger Einschub in das alte integriert. Verdis Totenmesse wird zudem durch die von Esterhazy erfundenen «Vorgänge» eines Tages (Becketts Geburtstag am Karfreitag, 13. April 1906, zur Todesstunde Christi) aus dem Leben einer Dubliner Familie illustriert – oder illustriert das Requiem die Handlung? ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn in einer Großfamilie die Mutter stirbt und die älteste Tochter sich aufopferungsvoll um die jungen Geschwister kümmert, kommt heute mit viel Glück die Einrichtungsexpertin aus dem Fernsehen vorbei und bereitet der Familie ein «Zuhause im Glück». In Goethes Briefroman «Die Leiden des jungen Werther» kommt eben ein Dichter vorbei – und das Zuhause im Glück wird...
Die Bewunderung seiner komponierenden Zeitgenossen war ihm sicher. Wer während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Rad der Musikgeschichte weiterdrehte, lobte die Bühnenwerke des aus Florenz stammenden Wahl-Franzosen Luigi Cherubini über den grünen Klee. Brahms etwa erblickte in der 1797 uraufgeführten «Medée» gar «das Höchste in dramatischer Kunst». Weber...
Ein unbekannter Ritter hat beim Turnier von Ashby den als unbesiegbar geltenden Briano geschlagen. Nun erwartet er den Lorbeerkranz, überreicht von der schönen Rovena. Briano unterlag, weil er einen Augenblick lang abgelenkt war, als er die schöne Jüdin Rebecca im Publikum erblickte. In sie ist er verliebt, seit er sie in Palästina sah. Prompt beginnen die...
