Ohne besondere Vorkommnisse
Die Bewunderung seiner komponierenden Zeitgenossen war ihm sicher. Wer während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Rad der Musikgeschichte weiterdrehte, lobte die Bühnenwerke des aus Florenz stammenden Wahl-Franzosen Luigi Cherubini über den grünen Klee. Brahms etwa erblickte in der 1797 uraufgeführten «Medée» gar «das Höchste in dramatischer Kunst». Weber sah Cherubini auf Augenhöhe mit Mozart oder Beethoven. Und dieser wiederum bezeichnete den zehn Jahre Älteren in einem Brief 1823 als «celui de mes contemporains, que je l’estime le plus».
Als Beethoven an seinem «Fidelio» arbeitete, soll die Partitur des dreiaktigen Erfolgsstücks «Les deux Journées» auf dem Klavier gelegen haben.
Doch während «Medée» seit Maria Callas’ legendärem Rollenporträt wieder regelmäßig auf den Spielplänen zu finden ist – zuletzt in Wien (siehe Seite 23) und in Mannheim (siehe OW 5/2006) –, hat die im Januar 1800, fünf Jahre vor «Fidelio», am Pariser Théâtre Feydeau herausgekommene Rettungsoper «Les deux Journées» (deutscher Titel: «Der Wasserträger») bis heute keinen festen Repertoire-Platz gefunden. Die Gründe für diese Absenz sind, wie auch der an der Rheinsberger Musikakademie mit ...
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