Was heißt Register?
Das Bedürfnis, die menschliche Stimme terminologisch in verschiedene Register einzuteilen, rührt daher, dass bei einer Stimme, die über mehrere Oktaven geführt wird, verschiedene Bereiche akustisch zu unterscheiden sind, besonders deutlich bei unausgebildeten Stimmen. Schon im mittelalterlichen Musikschrifttum findet man Hinweise auf eine Dreiteilung der «vox humana» in «vox pectoris», «vox gutturis» und «vox capitis», die man, wohl dem Resonanzempfinden entsprechend, verschiedenen Körperbereichen – Brust, Kehle und Kopf – zuordnete. Seit dem 18.
Jahrhundert ist der Begriff «Register» zur Unterscheidung unterschiedlicher Stimmfunktionen gebräuchlich. «Diese Benennung ist», so kann man in Johann Friedrich Agricolas Kommentar zur Gesangslehre Pierfrancesco Tosis lesen, «von den sogenannten Registern oder Stimmen in der Orgel entlehnet. Sie will so viel sagen: es klinge, als wenn man einige Töne auf einem, und einige Töne auf einem andern, von vorigem unterschiedenen, Orgelregister spielete.»
Tosi und andere Gesangstheoretiker des 18. Jahrhunderts unterschieden im Wesentlichen zwischen zwei Registern: Bruststimme («voce di petto») und Kopfstimme («voce di testa»), wobei Letztere aber ...
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Opernwelt November 2010
Rubrik: Serie – Grundbegriffe Gesang, Seite 54
von Bernhard Richter, Thomas Seedorf
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