Mozarts bester Schüler
Er war Meisterschüler Mozarts, Haydns Nachfolger in Esterhaza, Kapellmeister in Goethes Weimar, und seine Klavierwerke stellen wichtige Weichen für die Romantik. Schon angesichts der bedeutenden kulturgeschichtlichen Verlinkungen Johann Nepomuk Hummels ist es erstaunlich, dass sein Opernschaffen bisher kaum zur Kenntnis genommen wurde.
Erst jetzt liegt eine Probe aus seinen 22 Opern und Singspielen auf Tonträger vor – die 1810 uraufgeführte und elf Jahre später für Weimar revidierte (und vom Deutschen ins Italienische übertragene) «Mathilde von Guise», zu Lebzeiten sein erfolgreichstes Bühnenwerk.
Von dem romantischen Zungenschlag späterer Hummel-Werke wie des a-moll-Klavierkonzerts oder der von Schumann bewunderten fis-moll-Sonate ist in diesem Singspiel freilich noch nichts zu spüren – dafür umso mehr von dem Bemühen, den Stil der italienischen Oper der Vor-Rossini-Zeit mit der Klangsprache der Wiener Klassik zu verschmelzen. Sofort fällt der farbenreiche, sinfonische Orchestersatz auf: Der Aufbau der Einzelarien und Ensembles (die den Löwenanteil der Musik ausmachen) folgt zwar den
Bauplänen italienischer Erfolgskomponisten wie Mayr, Paer und Pucitta, reichert ihn aber ...
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