Verdi: Macbeth

Dresden

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Gleich zu Beginn dieser Oper kracht es gewaltig. Und die Dresdner Staatskapelle, viel gerühmt für ihre Spielkultur bei Musik­theaterwerken der Moderne, beweist Sinn für Gegensätze. Eindrucksvoll, wie sich Verdis wuchtige Erschütterungen schon im Vorspiel mit unbeschwert lapidaren Momenten mischen, wie sich heroisches Pathos und unheilig-vorgetäuschte Nüchternheit collageartig verschränken.

Vielleicht war es die Differenzierungsfähigkeit der Staatskapelle, die einst Arturo Toscanini bewog, nach Dresden zu kommen und den von Fritz Busch geleiteten Aufführungen von Verdis «Macbeth» höchstes Lob zu zollen. Damals, Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, gab es in der Semperoper eine veritable Verdi-Renaissance. Das wird angesichts der Dresdner Strauss-Tradition gern vergessen. Wie sinnfällig sich beide Ausdrucksidiome be­rühren können, zeigte nun die Leis­tung des Orchesters unter Daniele Gatti.
Die kurzfristig eingesprungene Amerikanerin Marquita Lister setzte als Lady auf extreme, fast überforcierte Emotionen, imponierte dann durch Wandlungsfähigkeit, spielte die introvertierten Passagen ebenso intensiv aus wie aufkeimende Schuldgefühle und seelische Zer­rüttung. Lucio ...

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Opernwelt Dezember 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 60
von Jörn Peter Hiekel

Vergriffen
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