Singen, um mitzuteilen
Und wieder kein Deutscher dabei! Ein Grund zum Nachdenken, was unsere Ausbildungssituation angeht, doch kein Grund zum Jammern. Die Globalisierung im Opernbetrieb hat Koreaner, Chinesen, Osteuropäer und Südamerikaner an die Weltspitze gestellt, und das nicht zu Unrecht – ein Trend, der sich längst nicht mehr nur in Gütersloh feststellen lässt, wo die Bertelsmann-Stiftung zum elften Mal ihren Wettbewerb «Neue Stimmen» durchführte.
Zwölfhundert Bewerber aus aller Welt (davon allein hundertfünfzig aus China) hatten im Vorfeld in einundzwanzig Städten vorgesungen, zweiundvierzig Kandidaten kamen in die Endausscheidung in Gütersloh. Vierzehn davon blieben beim öffentlichen Semifinale übrig, sieben – ungewöhnlicherweise fünf Soprane, ein Mezzo und ein Tenor – rangen im Finale um die drei ersten Preise.
Unter der Präsidentschaft des Pariser Intendanten Gerard Mortier gehörten der Jury drei weitere Theaterleiter (Brian Dickie, Anthony Freud und Bernd Loebe), vier unterrichtende Opernsänger (Edith Mathis, Edith Wiens, Francisco Araiza und Siegfried Jerusalem) sowie der Dirigent Gustav Kuhn und der Musikschriftsteller und Stimmenkenner Jürgen Kesting an. Es dürfte nicht zuletzt auf ...
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Die Gästeliste las sich wieder einmal wie eine Traumbesetzung: Inge Borkh und Franz Crass, Horst Günter und Ingeborg Hallstein, Catarina Ligendza, Edda Moser, Eva Randová, Felicia Weathers und Spas Wenkoff – viele von denen, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf den Opernbühnen der Welt Rang und Namen gehabt hatten, verliehen dem diesjährigen...
Hector Berlioz ging mit seinem erfolgreichen Kollegen Gaetano Donizetti einmal hart ins Gericht, indem er ihm vorwarf, aus der Musik «eine Art Kartenspiel (zu machen), aus dem er hier ein Herz-Ass verteilt, dort ein Treff-Ass oder einen Carreau-Buben». Der Vorwurf zielte auf die Neigung des Italieners zum musikalischen Recycling, die freilich in einer Epoche...
Wenn es ums Geld geht, hört der Spaß bekanntlich auf. Manchmal fängt er allerdings, gibt man nur genug davon für prestigeträchtige Kulturbauten aus, dann auch erst so richtig an. Rund zweihundertfünfzig Millionen Euro hat man sich im spanischen Valencia einen von Star-Architekt Santiago Calatrava entworfenen «Palast der Künste» kosten lassen – in der Erwartung, das...
