Unterwegs zu Wagner

An der Seite des brillanten Lohengrin-Debütanten Piotr Beczala gelingt Anna Netrebko in Dresden ihre erste Elsa famos. Kündigt sich da schon eine neue Elisabeth, Sieglinde, gar Ortrud an?

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Ein Nein, ein Ja – welch ein Wechselbad für die Aficionados. Die Norma, ursprünglich im Herbst an Londons Royal Opera House geplant, liege inzwischen außerhalb ihrer Möglichkeiten, gab Anna Netrebko unlängst bekannt. Um gleichzeitig in sechswöchiger Vorbereitungszeit den für sie (fast) unbekannten Wagner-Kontinent zu erkunden. Im weißen Kleid der Jungfrau von Brabant haben den schon ­andere Kolleginnen betreten.

Doch als nach dem zweiten Aufzug der rote Vorhang der Semperoper zusammenbauscht und die Gala-Gemeinde einen Showdown zweier Platzfrauen hinter sich hat, ist man sich nicht mehr so ­sicher: Ob die Netrebko – die Lady Macbeth hat sie schließlich im Repertoire – uns in ein paar Jahren als Ortrud begegnet?

Alles, was sonst in dieser Saison (nicht nur) in Dresden gestemmt wird, hat diese Serie in den Schatten gestellt. Keine Premiere, «nur» eine «Lohengrin»-Wiederaufnahme, und dann auch noch als Reanimation einer 36 Jahre alten Inszenierung von Christine Mielitz, wo die Gotik in Plaste-Holz-Schick aufragt und die Szenerie in ockerfarbenem Firnislicht leuchtet. Auch das eine Ansage: Nicht der neue Streich der Bieitos, Herheims und Loys interessierte die weltweit um Karten ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Markus Thiel

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