Triomphe de l'amour

Am Oldenburgischen Staatstheater ist die deutsche Erstaufführung von Rameaus «Les Boréades» zu erleben, geistreich inszeniert, wunderbar getanzt, stilvoll musiziert. Und mit einer prickelnden Neuaufnahme von «Achante et Céphise» wird die ungeheure Modernität dieses Komponisten unterstrichen

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Über die Liebe ist schon manch Klug-Erhellendes, Poetisch-Verdichtetes (und, ja, auch Staunenswertes) geschrieben worden.

Eine der schönsten Charakterisierungen aber finden wir in der Bibel, im ersten Korintherbrief, Kapitel 13, Vers 4 bis 7: «Die Liebe ist langmütig und freundlich», heißt es da, «die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles».

Eine solche (schier unglaubliche) Liebe ist es, die Alphise, Königin von Baktrien, und Abaris verbindet, den einst der Hohepriester Adamas großzog, mit dem Hinweis des Herrn, dieses Waisenkind sei edler Abstammung. Das aber weiß Alphise nicht, die nun aufgefordert ist, einen der beiden Söhne des Boreas zu ehelichen, um den Fortbestand des Königreichs zu sichern. Doch die stolze Jungfrau verweigert sich dem unverschämten (leider gleichfalls göttlichen) Ansinnen, und das mit aller Macht. Sie mag weder Calisis noch Borileas. Ihr reines ...

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Opernwelt März 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Jürgen Otten

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