Tiroler Doppel

Wie Erl zu zwei Festspielhäusern kam

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Wer sich derzeit Erl vom Eingang des Inntals nähert, den fesselt ein doppelter Blickfang. Links wie gewohnt das kühn geschwungene, weiße Passionsspielhaus, seit 1997 auch Heimat der Tiroler Festspiele und im Juli Schauplatz des neuen «Lohengrin». Rechts der flache, schnittige schwarze Bruder, der auf vorab verbreiteten Computer-Animationen aussieht wie die Architektur gewordene Version des US-Tarnkappenbombers.

Wer vor dem neuen Festspielhaus steht, staunt über dessen Größe.

Da es keinen Bühnenturm gibt, spannt sich das Dach mit mattdunklen Verkleidungsplatten hoch über dem Grund. Drinnen lässt sich schon jetzt erahnen, dass der Musik viel Raum gegeben wird. Dunkelbraunes Holz an den steil aufragenden, leicht gebogenen Wänden, später kommen noch schwarze Sitze dazu. Ob Vorhang oder eine offene Amphitheatersituation, «das entscheiden wir nach Fall», sagt Gustav Kuhn. Ein Leichtmetallportal könne dazu schnell nach vorn geklappt werden. Clou des Hauses ist aber der Orchestergraben mit 160 Quadratmetern. «Der größte weltweit», sagt der Hausherr.

Am 26. Dezember, bei den ersten Erler Winterfestspielen, soll das neue Haus eröffnet werden (mit einem gemischten Abend, in dessen Zentrum ...

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Opernwelt August 2012
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Markus Thiel

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