Tanz mit dem Tod
Dass der Tod ein Wiener ist, wissen wir spätestens seit Georg Kreisler. Aber eine wienerische Italienerin? Regisseur Tobias Kratzer vollbringt diesen Spagat, indem er die Intrigantin Annina als weiblichen Tod auftreten lässt, und macht gleichzeitig ihren Partner Valzacchi zu einer allegorischen Verkörperung der Zeit – zwei Figuren aus dem Umkreis des Mysterienspiels, die als Drahtzieher unter das bunte Volk der «Komödie für Musik» gemischt werden.
Ein bedenkenswerter Einfall, der zu manch ungewöhnlicher, eindrucksvoller szenischer Konstellation führt – wie etwa im zweiten Finale der Tanz von Ochs mit dem Tod zu den Klängen des berühmten Walzers. Eine überzeugende Verbildlichung des Eros Thanatos, von Liebe und Tod.
So weit, so gut. Doch neigt Kratzer dazu, seine Inszenierung gedanklich zu überfrachten, so dass man sie eigentlich erst dann richtig versteht, wenn man das Programmheft gelesen hat. Der zentrale Artikel dort versucht (Herheims Bayreuther «Parsifal» lässt grüßen), den «Rosenkavalier» zu einer Art Zeitreise umzufunktionieren – beginnend in der Epoche der Entstehung der Oper vor dem Ersten Weltkrieg bis in unsere unmittelbare Gegenwart, wobei Letztere in der ...
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Im deutschsprachigen Raum war der 2003 verstorbene Literaturwissenschaftler Edward W. Said bis zur Jahrtausendwende, als er gemeinsam mit Daniel Barenboim in Weimar das West-Eastern Divan Orchestra gründete, nahezu unbekannt. Wer sich an Hochschulen mit Politik und Kultur der arabischen Welt beschäftigte, hatte natürlich seine 1978 veröffentlichte Studie...
Das Bedürfnis, die menschliche Stimme terminologisch in verschiedene Register einzuteilen, rührt daher, dass bei einer Stimme, die über mehrere Oktaven geführt wird, verschiedene Bereiche akustisch zu unterscheiden sind, besonders deutlich bei unausgebildeten Stimmen. Schon im mittelalterlichen Musikschrifttum findet man Hinweise auf eine Dreiteilung der «vox...
Mit seiner fünfzehnten Oper, dem im Dezember 1849 in Neapel uraufgeführten melodramma tragico «Luisa Miller», hat Verdi die Schwelle der Meisterschaft erreicht. Und dennoch wird dieses Stück, in dem er, drei Jahre vor der ungleich erfolgreicheren «Traviata», in Anlehnung an Schillers «Kabale und Liebe» erstmals einen intimen Stoff gestaltet, nur selten aufgeführt....
