Strauss: Salome

Magdeburg

Hinter Salome sind sie alle her. Kaum ein Haus, das um Strauss’ hundert Jahre alten Sex’n’Crime-Schocker einen Bogen schlüge. Selbst bescheiden ausgestattete Institute mobilisieren alle Kräfte, um die laszive Königstochter und ihren fatalen Tanz in Szene zu setzen. Nicht immer geht das gut, oft verdampft das Stück in einem lodernden, überhitzten Rausch. Oder aber, der schlimmste Fall, von seiner Ener­gie ist nichts zu spüren – mangels kritischer Masse.


Mitunter findet sich – Ausnahmen bestätigen eben nicht immer die Regel – freilich auch gerade dort eine bestechend differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Wendewerk, wo man derlei nicht unbedingt erwarten würde: eben jenseits der Opernmetropolen. So am Theater Magdeburg, wo GMD Gerd Schaller mit der städtischen Philharmonie eine in ihrer satten, doch nie grellen Kolorierung, in ihrer klanglichen Transparenz und ihrem ebenso präzisen wie flexiblen Drive fabelhafte Darstellung liefert. Und das, obwohl das Orchester auf der Hinterbühne in Galerie-Höhe agiert, die Führung der Solisten also nur via Monitor möglich ist.
Denn im Graben lässt Regisseur Holger Pototzki den zornigen Propheten schmachten, während die höfische Gesellschaft ...

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Opernwelt Mai 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 58
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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