Strauss: Salome
Hinter Salome sind sie alle her. Kaum ein Haus, das um Strauss’ hundert Jahre alten Sex’n’Crime-Schocker einen Bogen schlüge. Selbst bescheiden ausgestattete Institute mobilisieren alle Kräfte, um die laszive Königstochter und ihren fatalen Tanz in Szene zu setzen. Nicht immer geht das gut, oft verdampft das Stück in einem lodernden, überhitzten Rausch. Oder aber, der schlimmste Fall, von seiner Energie ist nichts zu spüren – mangels kritischer Masse.
Mitunter findet sich – Ausnahmen bestätigen eben nicht immer die Regel – freilich auch gerade dort eine bestechend differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Wendewerk, wo man derlei nicht unbedingt erwarten würde: eben jenseits der Opernmetropolen. So am Theater Magdeburg, wo GMD Gerd Schaller mit der städtischen Philharmonie eine in ihrer satten, doch nie grellen Kolorierung, in ihrer klanglichen Transparenz und ihrem ebenso präzisen wie flexiblen Drive fabelhafte Darstellung liefert. Und das, obwohl das Orchester auf der Hinterbühne in Galerie-Höhe agiert, die Führung der Solisten also nur via Monitor möglich ist.
Denn im Graben lässt Regisseur Holger Pototzki den zornigen Propheten schmachten, während die höfische Gesellschaft ...
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Ihm und «La scintilla» galt der größte Beifall: Marc Minkowski und das Barockensemble der Oper Zürich waren zusammen mit fast durchweg in ihren Rollen debütierenden Sängern für diesen fesselnden Vier-Stunden-Abend entschieden mehr verantwortlich als Inszenierung, Bühne und Kostüme. Wann je – nicht einmal in Minkowskis eigener Aufnahme von Händels «Giulio Cesare in...
Parsifal» in einem offenen Orchestergraben: Das kann im Grunde genauso wenig funktionieren wie die «Meistersinger» unter dem Bayreuther Deckel. Mischklang und Verschleierungstaktik von Wagners letzter Partitur sind so detailliert auf die Spezifika im Festspielhaus abgestimmt, dass sie in anderen Opernhäusern automatisch verzerrt erscheinen – zur Kenntlichkeit...
Nein, in solcher Höhe stand er wohl noch nie. Einhundertfünfundzwanzig Meter über Normalnull, das bietet schon eine beträchtliche Aussichtsplattform. Zumal wenn man, mit etwas Glück und Imaginationsvermögen, bis ins heimatliche Dorf schauen könnte. Doch Christoph Willibald Gluck, seit dem Jahre 1756, dem Geburtsjahr Mozarts, ein echter «Cavaliere dello Sperone...
