Stifter-Vitrinen

Linz, Androsch: Schwarze Erde

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Wer Adalbert Stifter liest, mag sich herausfallen lassen aus der Zeit. Epische Texte, ausufernd, zum Verweilen und Zurückblättern einladend, Landschaftsgemälde aus Worten, zwischen Pastell und Öl changierend. In der Erzählung «Bergkristall» etwa, die schildert, wie zwei Kinder sich an Heiligabend in den Bergen verlaufen, heißt es: «Es war wieder nichts um sie als Weiß, und ringsum war kein unterbrechendes Dunkel zu schauen.

Es schien eine große Lichtfülle zu sein, und doch konnte man nicht drei Schritte vor sich sehen; alles war, wenn man so sagen darf, in eine einzige große weiße Finsternis gehüllt [...] So weit die Augen der Kinder reichten, war nur Eis. Es [...] stiegen neue Wände von Eis empor, geborsten und geklüftet, mit unzähligen blauen, geschlängelten Linien versehen.» All dies scheint wohl eher zur Sinfonie als zum Bühnenwerk zu taugen; man denkt etwa an Ralph Vaughan Williams’  «Sinfonia Antartica».
Doch der Linzer Komponist Peter Androsch und seine Librettistin Silke Dörner haben das Musiktheaterstück «Schwarze Erde» geschaffen, «Zwölf Gesänge nach Stifter» als Auftragswerk des Landestheaters Linz zur 200. Wiederkehr von des Dichters Geburtsjahr. Dörner hat dabei Texte ...

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Opernwelt Februar 2006
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhard Persché

Vergriffen
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