Dvorák: Rusalka
Dvoráks zeitgleich mit Debussys «Pelléas et Mélisande» und Strauss’ «Salome» entstandene vorletzte Oper «Rusalka» ist wie die Opern der beiden jüngeren Komponisten ein Kind des musikalischen Fin de Siècle. Heinz Lukas-Kindermann verstärkt diese alptraumhaft verstörenden Züge in seiner Münsteraner Inszenierung und gibt dem Wunschtraum der von der schnöden Menschenwelt betrogenen Nixe eine entschieden psychoanalytisch unterfütterte Richtung.
Er zeigt uns die in einer überdimensionierten Puppenstube den Märchenprinzen ersehnende Seejungfrau zu Beginn als beinamputiertes, an den Rollstuhl gefesseltes Zwitterwesen. Die erhoffte Wunscherfüllung nach einem anderen Leben an der Seite des Geliebten erweist sich als Katastrophe: Nur um den Preis einer erneuten Verstümmelung – dem Verlust der Sprache – kann Rusalka Menschengestalt annehmen, ist damit aber zugleich wieder aus der Menschenwelt ausgeschlossen. Ihre Emanzipation führt zur bitteren Erkenntnis, dass auf Prinzen und Träume kein Verlass ist. Wie Ibsens Nora verlässt sie am Ende, nach dem Todeskuss für den Prinzen, ihr Puppenheim auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft.
Leider vermag Lukas-Kindermanns arg konventionelle ...
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