Pogrom im Fischerdorf

Zürich, Britten: Peter Grimes

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«Peter Grimes», denkt man bei sich, das ist die unumgängliche Realismus-Pusselei der Bootspflege, des Netzeflickens, der morgendlichen Verrichtungen am Meer. Ja, meint man weiter, es muss in Benjamin Brittens Oper nach Salzwasser, nach Fisch riechen. Mag sein, dass es das in Zürich am Rande auch tat. Auf Robert ­Israels zweistöckiger Bühne war allerdings wenig vom Fischerdorf in emsiger Aktion zu sehen. Der Gerichtssaal des Beginns ist auch der Strand, das Gasthaus, die Festhalle und Peters Felshütte. Ergo: alles – und nichts richtig? Auf Dauer: nein.

Jürgen Hoffmanns Lichtregie leistet ganze Arbeit: Plötzlich erkennt man etwa in der Hütte Fischereiutensilien, die man nicht beachtete, solange die Allzweckkonstruktion aus Pfosten, Tauen und Stegen die Kneipe «Zum Eber» war. Kleiner Verweis auf den Tageslauf im Dorf, wie nebenbei: Die Leute, die den ganzen Abend über hoch oben auf von der Decke herabhängenden Stühlen schweben, lässt der Regisseur David Pountney ein Spielzeugnetz ausbessern, ein Boot en miniature streichen... Ihre permanente Anwesenheit lässt alle Vorgänge im Gemeinwesen öffentlich erscheinen und nichts und niemanden unbeobachtet: keine Chance für Peter und Ellen, je ...

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Opernwelt Februar 2006
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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