So geht es auch!
Der Boom historischer Opernaufnahmen hat in den letzten Jahren zu einer Inflation auf dem Billigpreissektor geführt. Bedenkenlos und unbesehen (bzw. ungehört) wurde alles auf CD gepresst, was älter als fünfzig Jahre und mithin nicht mehr lizenzpflichtig war. Dabei kamen durchaus einige Fundstücke ans Licht, aber daneben auch viel Ramsch, oft aus dubiosen Quellen dritter Hand stammend, der unabhängig vom klanglichen Zustand 1 : 1 kopiert und mit mageren und fehlerhaften Booklets versehen auf den Markt geworfen wurde.
Dass es auch ganz anders geht, zeigt das kleine Label Relief der Schweizer Firma Sonimex, dessen bisherige Publikationen aus dem Überangebot durch gründliche Aufarbeitung und sorgfältige Präsentation hervorstechen. Wo es geht, werden in Zusammenarbeit mit den produzierenden Sendern die originalen Bänder verwendet und technisch überarbeitet. Besondere Liebe wird auch auf die Beihefte verwendet, die sachkundige Informationen zu den Werken, den Künstlern, den Entstehungsbedingungen und den vorgenommenen technischen Maßnahmen sowie Privat- und Szenenfotos der beteiligten Sänger enthalten. In dieser Hinsicht steht die Firma im deutschsprachigen Raum einzigartig da und ist nur ...
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Figaro› wird von Musik-Kennern am meisten geschätzt. An Gedanken-Reichtum gleicht er dem ‹Idomeneo›, an Originalität weicht er keiner anderen». So wusste es vor mehr als zweihundert Jahren Franz Xaver Niemetschek, Augenzeuge der enthusiastisch aufgenommenen Prager Erstaufführung der Oper. Ganz falsch ist das Urteil des ersten Mozart-Biografen auch heute nicht....
Oper und Wahnsinn – das sind von alters her keine allzu weit voneinander entfernten Positionen. Nur dass sich die im Belcanto formgebundene Wahnsinnsarie in der Moderne zum existenziellen musikalischen Außer-sich-Sein entwickelt hat. Aber auch das kann (und erst dadurch wird es zur Kunst) mit klaren Kriterien und hohem ästhetischem Reiz verbunden sein, wie...
Der «Tannhäuser» als «Problemfall» des Regietheaters? Im vorletzten Heft (OW 3/2007) war davon ausführlich die Rede. Dass es auch anders geht, zeigte jetzt die gelungene Inszenierung des Werks von Uwe Schwarz in Kiel. Dabei hat der Regisseur eigentlich nichts weiter getan, als das Stück ernst zu nehmen, seine Spannungslinien zu verdeutlichen, seine Kontraste zu...
