Sempre aperto - per tutto
Die Initialzündung kam von Peter Stoltzenberg, damals Intendant in Heidelberg. Er hatte die junge, im Konzertbereich schon weithin bekannte Altistin Ortrun Wenkel mit weltlichen Bach-Kantaten gehört und war hingerissen von ihrer theatralischen Ausstrahlung, die sie ohne szenische Unterstützung allein aus ihrer Persönlichkeit heraus auf dem Podium entwickelte.
Also schrieb er ihr einen Brief und bot ihr auf seiner Bühne den Gluck’schen «Orpheus» an, der – es war 1971 – ein Riesenerfolg wurde und den Ausschlag dafür gab, dass die Sängerin mit der charaktervoll sonoren, mühelos und nie forciert bis in extreme Tiefen hinabsteigenden Stimme ihre Termine fortan zwischen Konzert- und Opernverpflichtungen aufteilte – und in beiden Bereichen auf ihrer Karriereleiter höchste Höhen erklomm.
Bis dahin war Ortrun Wenkels Weg nicht ohne äußere Widerstände, aber doch zielstrebig und ohne größere Rückschläge verlaufen. Im thüringischen Jena wuchs sie beschützt im Schoß einer musisch-humanistisch gebildeten Familie auf und konnte schon früh ihr Stimmtalent erproben, wenn etwa ihre Großmutter, die sehr gut Klavier spielte, sie und ihre drei Geschwister zum Quartettsingen anleitete oder wenn sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Henry James’ berühmte Novelle «The Turn of the Screw» hat seit ihrem Erscheinen 1898 nicht nur zahlreiche Dramatisierungen, sondern auch etliche Versuche inspiriert, die rätselhafte Geschichte einer Gouvernante, die in den Bann zweier vermeintlich von Gespenstern – den Wiedergängern ihrer verblichenen Diener – heimgesuchter Kinder gerät, mit cineastischen Mitteln...
In den meisten Abhandlungen wird über Heines Verhältnis zur Musik allenfalls am Rande berichtet. Hängt das mit seiner Biografie zusammen?
Heine als Betrachter der Künste, sei es der Malerei, der Bildhauerei, der Architektur oder der Musik, war anfangs ein relativ unbefangener Kenner der Materie. Doch seit er als Journalist arbeitete – das war schon relativ früh, als...
Heinrich Heine, am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren, am 17. Februar 1856 zu Paris gestorben. Neben Goethe vermutlich Deutschlands populärster Dichter. Zu Lebzeiten ein gefürchtetes Lästermaul und ein begnadeter Poet. Die Zahl der Vertonungen, die auf seine Texte zurückgehen, streift die Zehntausender-Marke. Er war für die Komponisten jedoch nicht nur...
