Sempre aperto - per tutto
Die Initialzündung kam von Peter Stoltzenberg, damals Intendant in Heidelberg. Er hatte die junge, im Konzertbereich schon weithin bekannte Altistin Ortrun Wenkel mit weltlichen Bach-Kantaten gehört und war hingerissen von ihrer theatralischen Ausstrahlung, die sie ohne szenische Unterstützung allein aus ihrer Persönlichkeit heraus auf dem Podium entwickelte.
Also schrieb er ihr einen Brief und bot ihr auf seiner Bühne den Gluck’schen «Orpheus» an, der – es war 1971 – ein Riesenerfolg wurde und den Ausschlag dafür gab, dass die Sängerin mit der charaktervoll sonoren, mühelos und nie forciert bis in extreme Tiefen hinabsteigenden Stimme ihre Termine fortan zwischen Konzert- und Opernverpflichtungen aufteilte – und in beiden Bereichen auf ihrer Karriereleiter höchste Höhen erklomm.
Bis dahin war Ortrun Wenkels Weg nicht ohne äußere Widerstände, aber doch zielstrebig und ohne größere Rückschläge verlaufen. Im thüringischen Jena wuchs sie beschützt im Schoß einer musisch-humanistisch gebildeten Familie auf und konnte schon früh ihr Stimmtalent erproben, wenn etwa ihre Großmutter, die sehr gut Klavier spielte, sie und ihre drei Geschwister zum Quartettsingen anleitete oder wenn sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Reaktionen auf die Premiere von «Lohengrin» waren, vom fast erwarteten Buhkonzert des Publikums abgesehen, auch in manchen Kritiken und Leserbriefen auf einem beinahe so aggressiven Niveau, wie man es zu Claus Peymanns Zeiten vom Burgtheater kannte. Auch die Politik hat sich wieder einmal eingemischt.
Tatsache ist, dass ein bisher unbekannter Kultursprecher...
Den hundertsten Geburtstag von Anton Dermota (1910-1989) wollte die österreichische Firma Preiser wohl nicht abwarten, um den großen Tenor zu ehren, der mehr als vier Jahrzehnte lang Star und Stütze des Wiener Staatsopernensembles war. Auch der fünfundneunzigste erschien als ein guter Anlass, auf drei CDs Opern- und Liedaufnahmen des Sängers zu veröffentlichen,...
Die Werkgeschichte von Karl Amadeus Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» nach dem Roman von Grimmelshausen ist nicht ganz unkompliziert: Dem Werk von 1935/36 fügte Hartmann 1939 noch eine ausgedehnte Ouvertüre hinzu. Aber erst 1948 konnte unter dem ursprünglichen Titel «Des Simplicius Simplicissimus Jugend» im Bayerischen Rundfunk die konzertante Uraufführung...
