Editorial
Wien liebt, ehrt, achtet, pflegt seine große Musikvergangenheit. Sagt man. Liest man in Reiseführern. Gilt als communis opinio. Stimmt’s auch? Nach einer angemessenen Gedenkstätte für den wichtigsten aller Staatsoperndirektoren, für Gustav Mahler, kann man lange suchen. Eine mickrige Tafel an dem Haus, von dem aus er jahrelang zum Arbeitsplatz ging, um mit Alfred Roller den Komplex «Opernaufführung» völlig neu zu gestalten, ist doch ein bisschen wenig.
Die Restmöbel aus dem Nachlass von Brahms wurden ins Hinterzimmer des Haydn-Hauses verbannt, was Musikhistoriker als Augenzwinkern werten können, museumspädagogisch aber eine Katastrophe ist. Und die anderen, die bespielbaren Museen?
Dort, wo einst Schikaneder den Spielplan bestimmte, wo «Fidelio» und «Die Fledermaus» uraufgeführt wurden und in der Nachkriegszeit Josef Krips das legendäre Mozart-Ensemble polierte, da fristeten in den letzten Jahren «Cats» ihr normiertes Musical-Dasein und Sissy sollte im gleichen Genre für Großeinnahmen sorgen. Schluss damit. Wien hat seit kurzem ein drittes Opernhaus: Plácido Domingo dirigierte die Inaugurationsgala, Thomas Quasthoff sang die Leporello-Arie, Tzimon Barto spielte am Klavier die ...
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Herr Stein, Sie haben vor zehn Jahren in Amsterdam «Moses und Aron» von Arnold Schönberg inszeniert. Nun sind Sie für eine neue Produktion von Hans Werner Henzes «The Bassarids» an De Nederlandse Opera zurückgekehrt. Beide Werke verhandeln fundamentale philosophische Gegensätze. Haben Sie eine Vorliebe für solche Konfrontationen?
Theater handelt immer von...
Heinrich Heine, am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren, am 17. Februar 1856 zu Paris gestorben. Neben Goethe vermutlich Deutschlands populärster Dichter. Zu Lebzeiten ein gefürchtetes Lästermaul und ein begnadeter Poet. Die Zahl der Vertonungen, die auf seine Texte zurückgehen, streift die Zehntausender-Marke. Er war für die Komponisten jedoch nicht nur...
Daniel Harding hat mit großem Glanz zur Eröffnung am 7. Dezember nicht nur Mozarts «Idomeneo», sondern den Auftakt einer neuen Ära dirigiert. Zum ersten Mal seit vielen Jahren stand nicht Riccardo Muti am Pult des Mailänder Teatro alla Scala, dessen Chefdirigent er neunzehn Jahre lang bis zu seinem Rücktritt am 3. April 2005 war. Zum ersten Mal konnte der neue...
