Wozzecks Bruder?
Sein Glück bei den Frauen ist für Clyde Griffiths der Ruin. Roberta Alden, von ihm geschwängerte Unschuld vom Lande, zwingt ihm ein Eheversprechen ab. Derweil verliebt sich die Industriellentochter Sondra Finchley in ihn. Wem kämen da nicht Mordgedanken? Auf einsamem Waldsee rudernd, bringt Clyde es dann aber doch nicht fertig, seine Braut planmäßig in Ohnmacht zu versetzen und ins Wasser zu stoßen. Praktisch, dass sie von alleine reinfällt. Da reicht es, dass er sie nicht rettet: Problem gelöst. Pech nur, dass Briefe und andere Indizien die Polizei direkt zu ihm führen.
Nach einem Schauprozess endet Clyde auf dem elektrischen Stuhl.
Ein solcher Fall hat sich tatsächlich im ersten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts im amerikanischen Bundesstaat New York ereignet. 1925 brachte dann Theodore Dreiser seinen über achthundert Seiten starken Roman «An American Tragedy» heraus, den der Komponist Tobias Picker und der Librettist Gene Scheer nun für die Metropolitan Opera zu guten drei Stunden neo-veristischen Musiktheaters in zwei Akten verarbeitet haben. Es gibt bereits zwei Filmversionen des Stoffs: Die erste (von Dreiser abgelehnte) drehte Josef von Sternberg 1931; bei der zweiten ...
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«Peter Grimes», denkt man bei sich, das ist die unumgängliche Realismus-Pusselei der Bootspflege, des Netzeflickens, der morgendlichen Verrichtungen am Meer. Ja, meint man weiter, es muss in Benjamin Brittens Oper nach Salzwasser, nach Fisch riechen. Mag sein, dass es das in Zürich am Rande auch tat. Auf Robert Israels zweistöckiger Bühne war allerdings wenig vom...
Am Ende wird doch noch Hochzeit gefeiert. Nach Grausamkeiten und Intrigen, Eifersucht und Streit geht Antonio Vivaldis «Dramma per musica» «Tito Manlio» (RV 738) gut aus, ein plötzliches Happy End («lieto fine») beendet das Familiendrama. Dem Auftraggeber in Mantua, Philipp von Hessen-Darmstadt, war solches Glück allerdings nicht beschieden. Er hatte die Oper für...
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