Schutz unter dem Regenbogen
Carmela, zehn Jahre alt, ist Fremde in einem fremden Land. Sie wurde zwar in Palermo geboren, als Tochter ghanaischer Eltern, doch die italienische Staatsbürgerschaft bleibt ihr verwehrt. Dass das Mädchen sich trotzdem heimisch fühlt, hat mit einer Musikinitiative zu tun, dem so genannten Regenbogenchor. Vor sechs Jahren ist er am Teatro Massimo gegründet worden, um Migrantenkinder zu unterstützen. «Der Regenbogenchor ist etwas Besonderes, wir kommen alle aus verschiedenen Ländern», sagt Carmela, um die sich nun ein sizilianisches Ehepaar kümmert.
«Wir sind viele Stimmen, die zu einer einzigen, noch schöneren Stimme werden.»
Beim ersten Konzert nach dem Lockdown, im August auf der Freiluftbühne des Teatro di Verdura, trugen junge Talente aus den Philippinen, Mauritius, Bangladesch und anderen Nationen Musik von Ennio Morricone und Stücke aus Bizets «Carmen» vor. Mira hat auch mitgemacht. Als Miras Mutter Ikuka im Kimono zum Konzert erschien, waren alle Blicke auf sie gerichtet. Eine solche Feier kultureller Vielfalt steht in schroffem Kontrast zu dem oft alles andere als erfreulichen Alltag der Migranten in Palermo. «Die Italiener meinen, sie sind Boss. Wenn deine Haut eine andere ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Magazin, Seite 56
von James Imam
Herr Schuen, zwei «Così»-Strichfassungen: Fühlt man sich da nicht schizophren?
Ein bisschen schon. Ich bekam die Münchner Fassung ein paar Wochen im Voraus, als ich noch in Salzburg beschäftigt war. Und ich schaute erst gar nicht rein, um mich nicht zu verwirren. Als ich dann drei, vier Tage Zeit hatte, konnte ich diese Version lernen. Ich hatte das Glück, dass in...
Man muss es nicht als Kitsch verdammen. Doch die Verfallenheit der japanischen Geisha Cio-Cio-San an den US-Amerikaner verdient die kritische Lesart. «Madama Butterfly» ist keine Beobachtung des Exotischen durchs Fernglas. Es gibt da auch die Sichtweise der tragischen Titelheldin, die der Komponist vollkommen verinnerlicht hat. Wer ist dann aber diese Frau...
Da hat Peter Carp sicher recht. Dass Herbert Fritsch an seinem Haus inszeniert, sei auch «ein bisschen ein Nebeneffekt von Corona». Vermutlich wäre der Schauspieler, der als Theaterregisseur eine grandiose Spätkarriere hingelegt hat, in guten Zeiten an größeren Häusern beschäftigt. Andererseits ist sein Regiedebüt am Theater Freiburg überfällig; schließlich war...
