Schuldenwolken über dem Maggio Musicale
Italiens 1933 gegründetes Vorzeigefestival kann stolz sein auf seine state of the art-Spielstätte, das Teatro di Maggio. Doch der Preis war hoch für den Multiplex, der einen Hauptsaal (1800 Plätze), eine Konzerthalle (1100) sowie eine Freiluft-Cavea (2000) umfasst. In den sechs Baujahren bis 2014 schossen die Kosten von 80 auf 270 Millionen Euro hoch, wuchs das Defizit gewaltig, wurden Arbeitsplätze eingestampft, Manager ausgewechselt, wüteten Streiks und politisches Tauziehen.
Inzwischen schwimmt das musikalische Schlachtschiff wieder.
Seit Mai 2017 ist ein neuer Skipper am Ruder. Um das Festival wieder auf Kurs zu bringen, holten der Florentiner Bürgermeister und das Kultusministerium den Venezianer Cristiano Chiarot in die Stadt. Hinter der bulligen, kleinen Gestalt des Mittsechzigers verbirgt sich ein Universalgelehrter: Bibliophil ist der neue Intendant, ein Fachmann für Archive. Aber auch – das bewies er schon an La Fenice – ein Mann mit Händchen für technologische Erneuerung: «Als lebendiges Wesen muss Theater auf der Höhe der Zeit bleiben. Neben Radio- und TV-Mitschnitten senden wir deshalb auch Livestreams in einer Facebook-Loge namens #neverlandOF. Wobei die virtuelle ...
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Über die gleißende Marmorfläche vor dem Königlichen Opernhaus Maskat zieht eine Poliermaschine träge Kreise; in der Mall, die dem Theater einen Teil seines Budgets generiert, langweilen sich die Verkäufer. Trüb dümpelt die Sonne im Dunst aus Meeresdampf und Wüstenstaub. Wer seine Sinne beisammen hat, beschränkt tagsüber seine Wege auf Arbeit und Moschee.
Am...
Münchener Biennale
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Michael Spyres
Er ist der Tenor für viele Fälle. Für die...
Im Handbuch «Komponieren für Stimme» zitiert Arne Stollberg in seinem Aufsatz «Exzesse des Schwelgens» einen Essay Paul Bekkers: «Klang und Eros». Er spricht darin von dem eigentümlichen Zauber, der von einer aus der Ferne erklingenden Frauenstimme ausgehe – vom musikalischen Eros, den kein Instrument zu imitieren vermöge. Diese Erfahrung machte ich (wenn die...
