Magie des Augenblicks
Herr Pérez, wie kamen Sie zur Musik?
Ich begann als Autodidakt, als einziger Musiker in der Familie. Mein Vater war Grafikdesigner, meine Mutter Yogalehrerin. Schon im frühesten Alter erkannten meine Eltern, dass ich eine besondere Neigung für klassische Musik hatte. Bevor ich Klavier spielen lernte, konnte ich bereits Noten lesen. In den Buchhandlungen an der Avenida Corrientes in Buenos Aires besorgte ich mir Bücher über die Grundlagen der Musik. Da war ich ungefähr sieben Jahre alt.
Ich begann zu komponieren, später studierte ich an der Katholischen Universität (UCA) Chor- und Orchesterdirigieren. Noch bevor ich die Uni verließ, habe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik gegründet. Allmählich kam ich immer mehr zum Dirigieren.
Warum sind Sie ins Ausland gegangen?
Guillermo Opitz, mein Lehrer für Chordirigieren, sagte mir: «Sie müssen nach Deutschland zu Peter Eötvös.» Daraufhin bewarb ich mich um ein DAAD-Stipendium und absolvierte Aufbaustudien für Dirigenten bei Eötvös in Karlsruhe. Er wusste von meinem Interesse an neuer Musik, bei ihm habe ich in wenigen Semestern so viel gelernt wie bei keinem anderen Lehrer. Das lag vor allem daran, dass er eben auch Komponist ist.
W ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Über die gleißende Marmorfläche vor dem Königlichen Opernhaus Maskat zieht eine Poliermaschine träge Kreise; in der Mall, die dem Theater einen Teil seines Budgets generiert, langweilen sich die Verkäufer. Trüb dümpelt die Sonne im Dunst aus Meeresdampf und Wüstenstaub. Wer seine Sinne beisammen hat, beschränkt tagsüber seine Wege auf Arbeit und Moschee.
Am...
Aki Kaurismäkis Kultfilm «Das Leben der Bohème» hat offenbar einen Paradigmenwechsel in der Opernregie eingeleitet. Heute wird Puccinis Adaption des Romans von Henri Murger jedenfalls vorwiegend in modernen Kostümen gespielt. Sängerische Schwergewichte wie Luciano Pavarotti und Montserrat Caballé in historischem Outfit würden wohl kaum noch Furore machen....
Frau Miknevičiūtė, heute Verdi, morgen Wagner: Wie ist das möglich?
Das war auch für mich eine Ausnahme und hat sich mit den Terminen so ergeben. Aber wenn ich mir sicher bin, dass mir eine Partie gut liegt, möchte ich sie auch singen.
Es heißt doch immer, ein «Nein» sei der beste Weg für eine lange Sängerkarriere. Mit Senta gehen Sie einen Schritt weiter in die...
