Magie des Augenblicks

Der argentinische Dirigent Alejo Pérez, geboren 1974 in Buenos Aires, gehört zu den herausragenden Musikern seines Landes. Von 2008 bis 2012 wirkte er als musikalischer Leiter des Teatro Argentino in La Plata. Gemeinsam mit dem Intendanten Marcelo Lombardero brachte er das Haus auf Augenhöhe mit dem Teatro Colón, das Orchester baute er zu einem Spitzenklangkörper auf. Inzwischen arbeitet Pérez vor allem in Europa. Seine große Leidenschaft ist das Sammeln von Sanduhren

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Herr Pérez, wie kamen Sie zur Musik?
Ich begann als Autodidakt, als einziger Musiker in der Familie. Mein Vater war Grafikdesigner, meine Mutter Yogalehrerin. Schon im frühesten Alter erkannten meine Eltern, dass ich eine besondere Neigung für klassische Musik hatte. Bevor ich Klavier spielen lernte, konnte ich bereits Noten lesen. In den Buchhandlungen an der Avenida Corrientes in Buenos Aires besorgte ich mir Bücher über die Grundlagen der Musik. Da war ich ungefähr sieben Jahre alt.

Ich begann zu komponieren, später studierte ich an der Katholischen Universität (UCA) Chor- und Orchesterdirigieren. Noch bevor ich die Uni verließ, habe ich ein Ensemble für zeitgenössische Musik gegründet. Allmählich kam ich immer mehr zum Dirigieren.

Warum sind Sie ins Ausland gegangen?
Guillermo Opitz, mein Lehrer für Chordirigieren, sagte mir: «Sie müssen nach Deutschland zu Peter Eötvös.» Daraufhin bewarb ich mich um ein DAAD-Stipendium und absolvierte Aufbaustudien für Dirigenten bei Eötvös in Karlsruhe. Er wusste von meinem Interesse an neuer Musik, bei ihm habe ich in wenigen Semestern so viel gelernt wie bei keinem anderen Lehrer. Das lag vor allem daran, dass er eben auch Komponist ist.

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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Josef Oehrlein

Vergriffen
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