Schöne falsche Welt
Riesige Geschenkschachteln in Rosarot und Himmelblau stehen überall herum. Sie bilden das szenische Fundament der Chemnitzer Neuproduktion von Alexander von Zemlinskys Einakter «Der Zwerg». In diese nicht nur räumlich, sondern auch ideell begrenzte, scheinbar makellose Welt passt einer wie er einfach nicht hinein: Kleinwüchsig und missgestaltet ist dieser Zwerg, ein Außenseiter in wild gemustertem Anzug, mit ungestüm aufragendem Rotschopf.
Sein Anderssein erkennt er nicht – und kann deshalb auch das Spiel nicht durchschauen, das die moralisch skrupellose Hofgesellschaft um Prinzessin Clara mit ihm treibt. In sie verliebt er sich und glaubt sich auch von ihr geliebt. Am Ende – wenn er vergebens um Liebe fleht –, wird die Täuschung offenbar, und der Gedemütigte geht daran zu Grunde.
Alexander von Zemlinsky – DER ZWERG from Theater-TV on Vimeo.
Wann gilt ein Mensch als schön? Was als schön gilt, wird im Kern über historisch wandelbare, gesellschaftliche Normen definiert – häufig das, was mehrheitsfähig ist. Alexander von Zemlinsky verewigte in diesem Werk eigene seelische Verwundungen, die ihm als junger Kompositionslehrer von Alma Schindler zugefügt wurden. Er war damals auf beinah ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Bettina Volksdorf
Nicht alle Hunde, die bellen, beißen auch. Weiß man ja. Der Jäger, der Schneewittchen töten soll, bringt das nicht fertig. Bei Elena Kats-Chernin und Susanne Felicitas Wolf in Berlin muss Schneewittchen nicht mal alleine durch den dunklen Wald: Ein Riesenkarnickel steht ihr bei. Damit sich bloß keiner gruselt. Dazu gibt’s einen bunten Salat aus Britten und Wagner...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Au Monde: 3., 17., 31.
– West Side Story: 8.
– Orlando: 10., 22.
– Tosca: 24.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-Buchholz
T...
Eigentlich ein ganz normaler Ort, so ein Hotelzimmer. Das gilt selbst dann, wenn es mit einem Konzertflügel und Wandschmuck à la Louis XV., mit Flachbildschirm und Baldachin überm Bett ausgestattet ist. Doch normal ist wenig von dem, was in den zwei pausenlosen Stunden an der Bayerischen Staatsoper in diesem Hotelzimmer geschehen wird: Da macht sich schon bald das...
