Schöne falsche Welt
Riesige Geschenkschachteln in Rosarot und Himmelblau stehen überall herum. Sie bilden das szenische Fundament der Chemnitzer Neuproduktion von Alexander von Zemlinskys Einakter «Der Zwerg». In diese nicht nur räumlich, sondern auch ideell begrenzte, scheinbar makellose Welt passt einer wie er einfach nicht hinein: Kleinwüchsig und missgestaltet ist dieser Zwerg, ein Außenseiter in wild gemustertem Anzug, mit ungestüm aufragendem Rotschopf.
Sein Anderssein erkennt er nicht – und kann deshalb auch das Spiel nicht durchschauen, das die moralisch skrupellose Hofgesellschaft um Prinzessin Clara mit ihm treibt. In sie verliebt er sich und glaubt sich auch von ihr geliebt. Am Ende – wenn er vergebens um Liebe fleht –, wird die Täuschung offenbar, und der Gedemütigte geht daran zu Grunde.
Alexander von Zemlinsky – DER ZWERG from Theater-TV on Vimeo.
Wann gilt ein Mensch als schön? Was als schön gilt, wird im Kern über historisch wandelbare, gesellschaftliche Normen definiert – häufig das, was mehrheitsfähig ist. Alexander von Zemlinsky verewigte in diesem Werk eigene seelische Verwundungen, die ihm als junger Kompositionslehrer von Alma Schindler zugefügt wurden. Er war damals auf beinah ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Bettina Volksdorf
Das kann sich nur ein Opernhaus mit einem richtig guten Chor leisten: die Sänger in Parkett und Rängen unters Publikum zu mischen, ohne dass homogener Sound und differenzierte Musikalität verloren gehen. Auf William Spauldings exzellente Truppe an der Deutschen Oper ist da Verlass. Die Chöre in Verdis «Aida», von der Saalmitte aus gehört – in Benedikt von Peters...
ARD-ALPHA
3.1. – 11.00 Uhr
Die Tonangeber.
Beobachtungen beim 64. Internationalen ARD-Musikwettbewerb.
6.1. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Dvorák: Aus der Neuen Welt. Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
6.1. – 20.15 Uhr
Händel: Messiah.
B'Rock – Belgian Baroque Orchestra Ghent, Chor des Bayerischen Rundfunks, Peter Dijkstra. Solisten: Julia Doyle, Lawrence...
Die zweite von Stéphan Lissner eingefädelte Premiere an der Opéra national bot dem Pariser Publikum ein doppeltes Wiedersehen. Krzysztof Warlikowski hatte unter Gerard Mortier die Regiepalette des Hauses bereits um einige Arbeiten bereichert. Während der von Mortiers Nachfolger Nicolas Joël geprägten Jahre der Restauration war er erwartungsgemäß nicht mehr zum Zug...
