Harte Bandagen

Rossini: Armida Gent / Opera Vlaanderen

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Gioachino Rossinis schnelle Koloraturen und jähe Sprünge verlangen agile, bewegliche Stimmen. Man könnte auch sagen: sportliche.

Hat deshalb die Regisseurin Mariame Clément an der Opera Vlaanderen in Gent das «Armida»-Geschehen von den Toren Jerusalems zur Zeit der Kreuzritter in ein Sportstadion der Jetztzeit verlegt? Oder legte die Übermacht des männlichen Personals die Idee nahe, die mittelalterliche Kriegerwelt in Profi-Sport zu übersetzen? Neben sechs (!) Tenören und dem Männerchor sieht die Partitur nur kurze Auftritte eines Frauenchors und eine einzige weibliche Solopartie vor.

Bühnenbildnerin Julia Hansen hat einen neutralen grauen Kasten auf die Bühne gebaut, auf dem Boden hat man Laufbahnen markiert, auf das Rückprospekt ein gigantisches Stadion gemalt. Goffredo, der Anführer der Kreuzritter, tritt als moderner Sportfunktionär auf und motiviert vom Rednerpult aus seine Mannen. Die aber stolpern verletzt und in mittelalterlicher Kreuzritterkluft herein, während Rinaldo wenigstens das Theaterblut erspart bleibt. Armida erscheint zunächst in orientalischem Gewand, darunter pellt sich ein mondänes pinkfarbenes Satinkleid hervor, die weiteren, häufigen Kostümwechsel sind dann ...

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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Regine Müller

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