Rossini: Der Barbier von Sevilla
Biene Maja auf der Opernbühne: Rund um eine hübsche riesige Blume (Ausstattung: Christian Schmidt) tummelt sich der junge Graf Almavia als verliebte Hummel, die sich vor einer Riege Ameisen (irre komisch und exzellent parlierend: der Männerchor des Gärtnerplatz-Theaters) immer wieder neckisch mit einem goldenen Flitterregen bestäubt. Tom Cooley singt ihn mit intensivem lyrischen Tenor und spielt wunderbar selbstironisch. Figaro (Marian Pop) rockt als Stubenfliege in schwarzer Ledermontur – eine virile, etwas näselnde Elvis-Parodie – gern über die Bühne.
Rosina (Rebecca Martin) dagegen hat die Gestalt eines süßen, zartroten Schmetterlings. Stimmlich ist sie vielleicht allzu leichtgewichtig, aber wie sie die Finger subtil als zitternde Flügel zu den Koloraturen ihrer ersten Arie bewegt, das ist höchst anrührend – und virtuos. Dagegen erweist sich die Spinnengestalt des Dr. Bartolo (mit prägnantem Buffo-Bass: Jörg Simon) als wenig attraktiv, und auch der Musiklehrer Basilio (mächtig auftrumpfend: Pawel Czekala) ist als Blattlaus nur ein klebriges Ekel. Die Haushälterin Berta (mit musikalischem Mutterwitz: Cornelia Horak) robbt dagegen als müde Schnecke minutenlang täuschend echt ...
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Herr Ainsley, Sie singen Monteverdi, Henze und Mozart, Lied, Oratorium und Oper. Gibt es auch etwas, was Sie nicht singen?
Ja, natürlich. Rossini interessiert mich einfach nicht, obwohl Rollen wie der Graf Almaviva eigentlich gut zu meiner schnellen Stimme passen würden. Aber für mich liegt das Problem im Charakter dieser Rollen: Das sind, wenn man von den späteren...
