Prinzip Hoffnung
Lange hatte man nichts gehört vom Meisterregisseur. Seit dem Weggang aus Hamburg war Peter Konwitschny abgetaucht, (fast) nur noch für Wiederaufnahmen seiner Inszenierungen durch die Lande gereist. Nun ist er wieder da. Mit Beginn der Spielzeit 2008/09 wird Konwitschny Chefregisseur an der Oper Leipzig. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren, und gleich zwei Premieren pro Saison soll er herausbringen. Wenn man so will, kehrt da jemand zurück zu den Wurzeln.
Konwitschny wurde in Leipzig geboren, hier war sein Vater Gewandhauschef, hier schaute er erstmals akribisch in Opernpartituren. Aber – und das scheint nicht eben unwichtig – er kommt nicht alleine. Konwitschny hat Bettina Bartz für eine Zusammenarbeit gewinnen können, mit der ihn eine lange intensive künstlerische Partnerschaft verbindet. Bartz wird Chefdramaturgin am Haus.
Man darf Alexander von Maravic zu diesem Coup gratulieren. Der interimistische Intendant, der, wohl mit gütiger Hilfe Riccardo Chaillys, Henri Maier aus dem Amt räumte, hat gesehen, dass es so wie bislang nicht weitergehen kann. Seit Jahren schlingert die Oper Leipzig von einer Eisscholle zur nächsten, und dies mit Grund: Eine programmatische ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vilnius’ Renaissance-Schloss ist eine Baustelle. 2009 feiert Litauen das tausendjährige Jubiläum seiner ersten Erwähnung. Seit 1636 wurden hier Opern aufgeführt. Das heutige Opernhaus stammt von 1974 und erinnert mit seinen riesigen Glasfoyers, die den Blick spektakulär zum Neris-Fluss und zur Stadt hin öffnen, an eine Kreuzung aus Frankfurter Oper und Palast...
Drei verschiedene Höllen hat Puccini in seinem «Trittico» zu einem Inferno der Leidenschaften zusammengestellt, und alle sind sie tödlich: die Eifersuchtstragödie des «Mantels», das verpfuschte Leben der Nonne Angelica und die aus Dantes «Göttlicher Komödie» entlehnte Komödie um den raffgierigen Erbschleicher Gianni Schicchi, die als Auslöser des Tods des alten...
Die Bühne erlebte die Revolution schon vier Jahrzehnte vor der Zeit. Vom Sturm auf die Bastille, die das Ancien Régime der französischen Aristokratie aus den Angeln heben sollte, träumten Mitte des 18. Jahrhunderts nicht einmal jene Aufklärer, die das Ohr am Mundwerk des Volkes hatten und alle Pomade aus Sprache und Künsten zu pusten trachteten. Zweifellos war die...
