Infernalisch
Drei verschiedene Höllen hat Puccini in seinem «Trittico» zu einem Inferno der Leidenschaften zusammengestellt, und alle sind sie tödlich: die Eifersuchtstragödie des «Mantels», das verpfuschte Leben der Nonne Angelica und die aus Dantes «Göttlicher Komödie» entlehnte Komödie um den raffgierigen Erbschleicher Gianni Schicchi, die als Auslöser des Tods des alten Buoso Donati bedarf. Zusammengehalten wird das Ganze in Gabriele Rechs Neuinszenierung durch eine kleine, skelettierte Marionette, die ein Puppenspieler in jedem der drei Einakter kurz über die Bühne führt.
Richtig in Fahrt kam der Abend allerdings erst im burlesken Finale. Im «Tabarro» konnte Rech sich nicht zwischen sozialkritischem Naturalismus und symbolischer Überhöhung entscheiden, in «Suor Angelica» hat sie gleich ganz vor der weitgehend handlungslosen Statik des sakralen Rührstücks kapituliert. Beide Male, vor allem in der Nonnenorgie in Weiß, waren die Bühnenbilder von Sandra Meurer kontraproduktiv. Die atmosphärische Dichte von Puccinis Musik, die in «Il tabarro» von der Schiffssirene bis zum Leierkastenlied, in «Suor Angelica» vom Glockengeläut bis zu den Litaneien der Schwestern reicht, fand auf der Szene ...
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