Opernfrauen als Blickfang
Zwei historische Schwarz-Weiß-Fotografien sind es, die in diesem Bilderbuch der Oper Eindruck machen: Anja Silja in Cherubinis «Médée» (Frankfurt 1971), mit klarer, gebieterischer Gestik und Mimik, ganz die Kraft des Augenblicks in sich bündelnd, und Maria Callas in Donizettis «Poliuto» (Mailänder Scala 1960), mit geschlossenen Augen, leicht geöffnetem singenden Mund, die Hände wie selbstvergessen vor dem schmalen Oberkörper gehalten.
Da viele Opernliebhaber auch Augenmenschen sind, ist es angemessen, ein populär aufgemachtes Buch wie Volker Gebhardts «Frauen in der Oper – große Stimmen, große Rollen» mit zum Teil ganzseitigen Bühnenfotos zu illustrieren; keine Theaterbiografie kommt ohne sie aus. Man denke etwa an Jürgen Kestings Callas-Buch oder Sigrid Neefs Würdigung der Regisseurin Ruth Berghaus: In beiden Büchern ergeben Bilder und Texte eine aussagekräftige Verbindung, in der sie sich nicht nur gegenseitig ergänzen, sondern gemeinsam eine Dimension erreichen, die zu einem tieferen Verstehen des Inhalts führt. In Gebhardts Buch dagegen fehlt solch ein innerer Zusammenhang, und der Verdacht drängt sich auf, dass die Fotografien nach rein illustrativen Gesichtspunkten ausgewählt ...
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Restauration oder Revolution, das ist hier, gleichsam als Fallbeispiel für die Gattung, die Frage: Glaubt man Heinrich Heine, der Leben und Werk seines Zeitgenossen Gioacchino Rossini mit großem Interesse verfolgte und kommentierte, dann lässt sich Ersteres aus der Musik des genialischen Italieners heraushören; neigt man hingegen der Ansicht Antonio Amores zu, dann...
Der Anfang befremdete wie immer, wenn David Alden den allegorischen Prolog einer frühbarocken Oper inszeniert: La Natura ist ein Mannweib am Filmprojektor, die Ewigkeit ein wasserköpfiges Monster, das Schicksal ein Riesenbaby. Doch die verfließende, auf den Portalschleier eines rot glühenden Gebirges projizierte Slowmotion von Sally Matthews als Calisto deutete...
Toscanini hat ihn ermuntert, die Kollegen Puccini und Mascagni haben ihn gelobt, aber heute wird man den Namen des Komponisten Domenico Alaleona (1881-1928) selbst in einem besseren Opernführer vergebens suchen. Seine Oper «Mirra», mit der er 1913 einen Wettbewerb gewann, die aber erst 1920 in Rom uraufgeführt wurde, verschwand trotz anfänglichen Erfolgs bald in...
