«Nur der blickt heiter der nach vorders schaut»
«Prima la musica, dopo le parole»? Diese Frage scheint sich bei Dietrich Fischer-Dieskau, der als «extrem textdeutlich» gilt, eigentlich zu erübrigen…
Durchaus nicht, denn das ist für mich bis heute eine der zentralen Fragen des Sängerberufes: Wie schaffe ich es, Töne und Worte, Singen und Sprechen in Einklang zu bringen? Und ich finde, so textdeutlich, wie man mir immer wieder nachsagt, war ich gar nicht.
Wenn ich heute meine Platten höre, denke ich oft: «Wehe, wenn einer meiner Schüler so singen würde!»
Haben Sie den Eindruck, dass heute mehr Sorgfalt auf Tonproduktion als auf gute Artikulation gelegt wird?
Leider, ja. Es gibt heute sehr viele Sänger, die alles auf «o» und «u» singen, da versteht man überhaupt nichts vom Text, egal in welcher Sprache. Und das kann einfach nicht Sinn der Sache sein, schon gar nicht beim Liedgesang, wo man sich ja zum überwiegenden Teil mit großer Dichtung beschäftigt. Deutliche Artikulation ist nun mal essenziell, eines der ersten Dinge, die ein Sänger lernen muss. Denn er will ja jemanden ansprechen, und wie soll da eine Kommunikation zustande kommen, wenn er nicht verstanden wird?
In manchen Opernhäusern hat man den Kampf gegen die Schlampereien ...
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John Adams’ «The Death of Klinghoffer» fand in Deutschland bislang nur einmal Beachtung – in Nürnberg (siehe OW 6/97). Das Kompositionsprinzip der Minimal Music scheint auf den ersten Blick freilich auch nicht sonderlich entwicklungsfähig. Doch gerade in «Klinghoffer» geht die Partitur weit über den einlullenden Sound anderer Werke dieses Genres hinaus.
«The Death...
Ein kleines schwäbisches Dorf im Stande der paradiesischen Unschuld, etwa um das Jahr 1780. Die Fruchtbarkeitsgöttin Ceres (Franziska Arndt), begleitet von ihrer Dienerin Phobe (Barbara Schedel), möchte die Dorfbewohner im Ackerbau und in der Viehzucht unterweisen. Zunächst aber begegnet sie nur Ungläubigkeit und Spott. Denn die einfältigen Bauern, die da...
Historische Mitschnitte einer Oper im Doppelpack zu vermarkten ist ein Novum. Andante naïve praktiziert dies nun erstmals mit «Fidelio» aus Wien unter Böhm (1944) und Furtwängler (1953) sowie «Falstaff» aus Salzburg unter Toscanini (1937) und Karajan (1957). So ist nur einmal der in der Produktion und für den Käufer teure viersprachige Abdruck des Librettos sowie...
