Nichts als Träume
Das Leben? Eigentlich ist es nur ein Spiel. Ein Glücksspiel. Manchen Menschen gibt Fortuna die richtigen Karten in die Hand, damit sie die angenehmen, luxurierenden Seiten des Daseins genießen können – bis irgendwann der Tod vor der Tür steht, milde lächelnd. Anderen gönnt sie nicht einmal die Möglichkeit der Liebe, nur den Schatten oder die Ahnung davon, wie zum Beispiel Hermann und Lisa, Puschkins poetisch-traurigem Paar. Für beide besteht dieses Leben aus nichts als Träumen, allerdings aus Träumen, die tiefer sind, als der Tag gedacht.
Albträume sind es, und wer anders als Peter Iljitsch Tschaikowsky sollte sie so schonungslos, sentimental und schmerzlich schön in Töne fassen?
Ein flüchtiger Blick in die Partitur seiner «Pique Dame» genügt, um zu wissen, wie diese Albträume klingen. Die Reise durch die Finsternis geht von h-Moll nach b-Moll, von Todestonart zu Todestonart. Wobei: Die «Abschiede» unterscheiden sich. Im h-Moll des Anfangs drückt sich unermessliches Leid aus, dem finalen b-Moll hingegen wohnt die (göttliche?) Aura des Versöhnlichen inne, etwas Spirituelles, wenn nicht gar Religiöses. Jedenfalls etwas Tröstendes, insbesondere dann, wenn man das so innig entrückt ...
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Opernwelt August 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Jürgen Otten
Glyndebourne, dieser Landsitz samt Opernhaus mitten im hügelsanften Sussex, scheint aus der Zeit gefallen zu sein. So kommt es einem vor, wenn zur Festivalzeit mit Weidekörben bestückte Londoner in Smoking und Abendkleid per Zubringerzug anreisen und in den weiten Gärten neben grasenden Schäfchen ihre Picknickclaims markieren, um vor der Vorstellung und in der...
Ganz Berlin witzelte über die vielen Posaunen und über den großen Elefanten in den Prachtaufzügen dieser Oper […]. Die Enthusiasten aber riefen: ‹Hosianna! Spontini ist selbst ein musikalischer Elefant! Er ist ein Posaunenengel!›» Mit diesen Worten zeichnete Heinrich Heine 1822 anlässlich einer Aufführung von Spontinis «Olympie» das (bis heute nicht vollends...
Frau Garanča, wie viele Sprachen beherrschen Sie eigentlich?
Sechs.
Und warum sprechen Sie so bestechend gut Deutsch?
Deutsch habe ich in Deutschland gelernt. 1999, als ich ans Staatstheater Meiningen kam. Gezwungenermaßen, würde ich fast sagen. Da musste ich mir Deutsch beibringen. Nicht, dass ich gezwungenermaßen nach Meiningen kam! (lacht) Ich war ja sozusagen...
