Mord im Schlachtraum

Verdi: Rigoletto
HALLE | OPER

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Eigentlich liegt die Frage auf der Hand: Was passiert, nachdem der Vorhang gefallen ist? Wie wird Rigoletto damit umgehen, dass ihm das einzig verbliebene Glück geraubt wurde? Die famos-furiose «Rigoletto»-Inszenierung an der Oper Halle setzt hier an – im Danach. Der traurige Titelheld ist traumatisiert vom Blick in den Leichensack, vom Blick auf seine ermordete Tochter; das Geschehene erlebt er nurmehr in Rückblenden. Louisa Proske, seit dieser Spielzeit Hausregisseurin und stellvertretende Intendantin, gibt mit Verdis Oper ihr Europa-Debüt.

Die vergangenen zehn Jahre hat sie in New York gearbeitet, 2014 die Heartbeat Opera gegründet. Das Angebot aus Sachsen-Anhalt sei «zur richtigen Zeit» gekommen, sagt sie. Gerade durch ihre Abwesenheit aus Deutschland habe sie die reiche und dichte Kulturlandschaft wieder schätzen gelernt. Dass Proske ursprünglich vom Schauspiel kommt, merkt man ihrem «Rigoletto» an. Der Abend entwickelt seine Faszination weniger mithilfe emotionaler «Berührungsmomente» als vielmehr aufgrund einer fesselnden psychologischen Personenführung.

Rigoletto dient als Narr am Hof des Herzogs von Mantua mit spitzer Zunge. Er spottet über die Höflinge, sie beleidigen ...

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Opernwelt März 2022
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Katharina Stork

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