MONUMENTAL

Moran/Sankaram/Simon/ Rao: Written in Stone  WASHINGTON | NATIONAL OPERA | KENNEDY CENTER, EISENHOWER THEATRE

Anlässlich des 50. Jahrestages des Kennedy Center hatte Francesco Zambella, Intendant der Washington National Opera, vier kurze Werke in Auftrag gegeben, die sich mit der Geschichte und Identität des Kennedy Center befassen sollten. Im Mittelpunkt stand dabei der Begriff des «Monuments» und damit die kontrovers diskutierte Frage, wie ein Gedenken an den Konflikt zwischen Konföderierten und den Befürwortern der Sklaverei, insbesondere in den Südstaaten, funktionieren könne.

Das ambitionierte Projekt mit dem Titel «Written in Stone» – in gewisser Weise auch eine Rückkehr zur Zeitoper – vereinte vier Kreativ-Teams, drei international renommierte Sänger (J’Nai Bridges, Rod Gilfry und Alfred Walker), acht weitere Solistinnen und Solisten sowie zwei Uraufführungsveteranen: Regisseur James Robinson (er inszenierte drei der vier Stücke) und Dirigent Robert Spano. Erhard Rom schuf für alle vier Stücke schlichte, aber flexible Bühnenräume, Dede Ayite die dazu passenden Kostüme. 

Den Auftakt der Uraufführungen im Eisenhower Theatre bildete «Chantal», ein erzählerisch kraftvolles, vom Jazz beeinflusstes Monodram, das sich sowohl mit der Vergangenheit als auch mit der Gegenwart des Kennedy ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2022
Rubrik: Panorama, Seite 46
von David Shengold

Weitere Beiträge
CD des Monats: Im Garten der Lust

Der Dichter fabuliert im nächtlich narkotisierten Raum. Und eigentlich will er nur seiner Liebe Ausdruck verleihen. Doch das ist passé, die Angebetete hat ihn zurückgewiesen. Also zwinkert er ihr, mit gespitzter Feder, ein letztes Mal zu: «Sing nicht, du Schöne, sing nicht mehr, / Grusiniens gramerfüllte Lieder. / Sie rufen ferne Ufer her, / Sie wecken altes Leben...

TIEFE WUNDEN

Sextourismus ist - leider Gottes - international, und die sexuelle Ausbeutung von Frauen trägt viele Namen. Im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen heißt sie «Madama Butterfly» und stammt aus der Feder von Giacomo Puccini. 

Die psychologisch nuancierte Inszenierung von Gabriele Rech nimmt ernst, was Puccini und seine Librettisten dem Werk (zwischen den Zeilen)...

Personalien, Meldungen 5/22

JUBILARE

Gotthold Schwarz erblickte am 2. Mai 1952 in Zwickau das Licht der Welt. Als Sohn eines dort ansässigen Kantors war der Weg zur Orgel nicht weit. Ab 1971 folgte die Ausbildung zum Kirchenmusiker an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden. Dort studierte Schwarz Orgel und Gesang – und ging nach Abschluss seines Studiums vor allem seinen sängerischen...