FREI NACH PLAUZE

Mozart: Don Giovanni BERLIN | STAATSOPER UNTER DEN LINDEN

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In Vincent Huguets «Don Giovanni»-Inszenierung an der Staatsoper Unter den Linden ist die Titelfigur ein Starfotograf, dessen Zeiten als die Frauen nach seinem Gusto einfach «vereinnahmender» Gigolo längst vorbei sind. Er wohnt in Berlin-Mitte und hat ein ironisches Plakat an der Hauswand hängen, auf dem die (zum Teil ehemaligen) Staatsoberhäupter Merkel und Macron einander küssend herzen.

Das geräumige Loft, das Bühnenbildnerin Aurélie Maestre aus Brutalismus-Beton-Imitaten gebaut hat, zeigt innen zur Rechten eine kleine Ankleideecke sowie einen Computer, mit dem die frisch entstandenen Bilder digital bearbeitet werden können (bei der Registerarie etwa scrollt sich Leporello konsequenterweise durch den Bilderordner seines iPads). Weiter zur Linken sehen wir Scheinwerfer und einen Fotoschirm. Giovanni knippst seine Opfer/Geliebten; zuletzt sogar den vorgeblich von ihm getöteten Commendatore bei dessen Trauerfeier. Giovanni ist ein Tölpel, pietätlos, mit Plauze, täppisch und derb. Michael Volle verkörpert diesen Giovanni treffend und beweist gesanglich sein humoristisches Talent. 

Riccardo Fassi spielt – dabei stimmlich flexibel – Leporello als grün bejackten, schlank-sportlichen ...

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Opernwelt Mai 2022
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Arno Lücker

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