Männer mit und ohne Schatten

«Le nozze di Figaro», «Macbeth» und «The Indian Queen» bei den Salzburger Festspielen

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Da stehen sie also alle – vor einem Gobelin mit vorgeblich spanischer Landschaft. Und schauen uns fast provokant (dabei gestisch eingefroren) an. Die flinke, mit ihren dynamischen Überraschungen niemals totzukriegende D-Dur-Ouvertüre zu «Le nozze di Figaro» rauscht vorbei. Der Vorhang schon offen. Wie eingefroren haben sie sich postiert: Cherubino (mit breiten Beinen am Boden sitzend), Graf, Gräfin, Figaro, Susanna und so weiter, einige rauchend. Man ist nervös. Auch Dirigent Raphaël Pichon. Noch folgen ihm die Wiener Philharmoniker ...

Das größte Ärgernis an diesem Salzburger Eröffnungsabend im Haus für Mozart, in dem seit 2017 keine Mozart-Oper mehr lief, ist, überraschend, tatsächlich das Orchester. Die Philharmoniker kraxeln von der Soundkulisse her zu großen Teilen an dem Alte-Musik-Spezialisten Pichon vorbei, spielen wie auf Samt gebettet. Später werden Tempi fast quälend zerdehnt. Und das Orchester ist allein mit vier Kontrabässen zu groß besetzt. Als käme Karajan gleich um die Ecke. Besser hätte Pichon sein eigenes Ensemble (Pygmalion) mitgebracht. Vielleicht merkte der junge Mann bei den Proben alsbald, dass die Zeit knapp wird – bei einer Partitur, deren Realisierung ...

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Opernwelt 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Arno Lücker

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