Facettenreich, fantasievoll, fulminant
Graham Clark kam «aus dem Nichts», wenn man so will: «Ich wurde Opernsänger, nachdem ich bereits eine Karriere als Sportlehrer sowie als Technischer Direktor einer städtischen Sportabteilung hinter mir hatte.» Geboren wurde Clark im November 1941 in Littleborough in der Metropolregion Greater Manchester. Die Stadt Manchester wurde bekanntlich im 18. Jahrhundert zum «Rom der industriellen Revolution», zur ersten «modernen Stadt der Welt».
War Graham Clark nun auch ein moderner, ein sportlicher Sänger, ein «moderner» Mime in Wagners «Ring des Nibelungen»? Schließlich bezeichnete ihn ein Opernkritiker einmal als den «besten Mime in Wagners ‹Siegfried› in den vergangenen 50 Jahren», ein anderer Kollege als einen «athletischen Tenor mit starker, durchdringender Stimme und denkwürdig klarer Diktion».
Clark, der laut eigener Auskunft noch nicht einmal der weitreichenden, traditionellen Chorlandschaft seines britischen Heimatlandes entstammte («Ich begann hobbymäßig mit dem Singen»), studierte in den 1970er-Jahren Gesang, da war er «schon» knapp 30; beim «Instrument» der Stimme keineswegs eine Seltenheit, sind die Karrieren von Sängern doch wesentlich kürzer als beispielsweise die von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt 2023
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Arno Lücker
Bedřich Smetanas all-time-favourite «Die Moldau» steht zwar von der rezeptionsmäßigen Wunschkonzert-Wahrnehmung her gewissermaßen «für sich», stammt aber aus dem Orchesterzyklus «Má vlast» («Mein Vaterland»). Mit Begriffen wie «Vaterland» und «Heimat» haben wir in Deutschland unsere verständlichen Probleme. Musikwissenschaftler Stefan Drees betrachtet den...
Es fürchte die Götter das Menschengeschlecht?» Weit gefehlt: Semele fürchtet Jupiter nicht mehr, sie langweilt sich. Champagner hat sie genug getrunken; einen Fuchspelz will sie schon aus Gründen des Tierschutzes nicht; noch nicht mal mit einem Tänzchen kann der oberste Gott seine neueste Eroberung bei den Opernfestspielen an der Bayerischen Staatsoper für sich...
What of words and what of song», was es heute mit den Worten und was mit dem Gesang auf sich hat, fragt eine neue CD des auf Avantgardemusik spezialisierten Labels NEOS. Die klare Antwort gibt die exzellente, nur in Spezialistenkreisen bekannte britische Sopranistin Juliet Fraser mit sechs in ihrer kompositorischen Reduktion radikal minimalistischen...
