Lehár: Zigeunerliebe (Beermann)
Das Leben als Traum – oder der Traum vom Leben? Nach Calderón und Grillparzer wird diese Thematik auch ins Genre der Operette übernommen. Franz Lehár erzählt unter dem Subtitel «Romantische Operette in drei Akten» die Geschichte von Zorika, Tochter des Großgrundbesitzers Dragotin, die zwar vom Leben mit dem vagabundierenden Zigeunergeiger Jószi träumt, doch letzten Endes realitätsnah genug ist, um ihrem Bräutigam Jonel die Treue zu halten.
Lehárs «Zigeunerliebe» liegt in drei Fassungen vor: in der Originalfassung von 1909 (uraufgeführt 1910), in einer französischsprachigen Version von 1911 und in einer ins Ungarische übertragenen Fassung von 1943. Für die soeben bei cpo erschienene Gesamteinspielung hat sich Dirigent Frank Beermann an die Erstfassung gehalten. Die NDR Radiophilharmonie ist ihm dabei ein verlässlicher Partner, stellenweise ein wenig topfig und in den rasanten Tutti-Stellen nicht wirklich spritzig, wie es sich für eine Operette gehören würde. Dafür gelingen die Solostellen umso nachdrücklicher. Der Esprit dieser Einspielung entwickelt sich eher aus dem instrumentalen Detail – die musikalische Welt entsteht aus einer Summe von Einzelteilchen. Dem kurvigen, ...
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