Wien, Smetana: Die verkaufte Braut
Dass Smetanas «Verkaufte Braut» nicht bloß eine buntböhmisch-sentimentale Folkloreangelegenheit ist, sondern eigentlich den ungehobelten Umgang mit dem vermeintlich schwächeren Teil der Menschheit anprangert, der vom vermeintlich stärkeren aufgrund von größeren Muskeln und neun Monaten gesteigerter Empfindlichkeit stets rücksichtslos ausgenützt wurde, haben schon zahlreiche Regisseure herauszuarbeiten versucht. Auch Uwe Eric Laufenberg in seiner Inszenierung an der Wiener Volksoper setzt dort an, kommt nur nicht entscheidend weiter.
Denn eine aufblasbare Sexpuppe mit böhmischer Tracht zu bekleiden und sie danach vom Männerchor wie einen Ballon herumschubsen zu lassen, bringt als Symbol der weiblichen Unterdrückung noch nicht viel.
Ansonsten viel Routine. Wohl erinnerte Christoph Schubingers Bühnenbild, ein überalteter Turn- und Gemeindesaal, wie er zu kommunistischen Zeiten in Osteuropa üblich war, atmosphärisch an Milos Formans frühe Filme. Doch fehlte dem Abend deren satirische Zuspitzung und leider auch ihr humorvoller Charme. Kaum mehr als konventionelle Bühnenaktion, Trachten (Kostüme: Jessica Karge), Bier und Hopsasa. Jeden Moment hätte Karl Moik hereinkommen können. Dazu ...
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