Kostümkunde

Donizetti: Anna Bolena
Liège | Opéra Royal de Wallonie

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Der Lütticher Opernintendant Stefano Mazzonis di Pralafera gibt auf die Frage nach seinem ästhetischen Grundkonzept gerne augenzwinkernd zu Protokoll, er führe ein italienisches Opernhaus in Belgien. Will sagen, ein Haus, das sich konservativen Lesarten der Gattung verpflichtet sieht und sich damit bewusst und mit hoher Auslastung abgrenzt gegen seine Kollegen in Antwerpen und Brüssel. Nun ist Liège aber auch kein Hort der Restauration, Pralafera lässt, klug wie er ist, durchaus moderne Regiehandschriften zu.

Aber was ihm eigentlich am Herzen liegt, zeigt er in seinen eigenen Inszenierungen, wie nun in einer mit Lausanne koproduzierten «Anna Bolena», die als Besetzungstrumpf Olga Peretyatko als Rollendebütantin in der Partie der Titelheldin präsentiert.

Gary McCann wuchtet mit großer Geste und maximalem Auf- und Umbauaufwand ein historisches Schlossambiente auf die Bühne: dunkel getäfelte Wände, meterhohe Kerzenleuchter, schweres Mobiliar, gemalte Ausblicke in ideale Landschaften, später eine mächtige Eiche in herbstlichem Laub, am Ende kahles Wintergeäst. Fernand Ruiz steckt das gesamte Personal in üppige Kostüme der Tudor-Zeit – sogar die Umbaustatisten sind historisch korrekt ...

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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Regine Müller

Vergriffen
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