Konkurrenz für Wien?
Wotan ist ein Loser – kläglich wird sein grandioses «Second-Life»-Konzept scheitern. Doch am Schluss von «Rheingold» sieht alles noch vielversprechend aus. «Abendlich strahlt der Sonne Auge; in prächtiger Glut prangt glänzend die Burg», schwärmt der Gott, kompetent vertreten durch den amerikanischen Heldenbariton James Johnson.
Währenddessen führen uns die Videokünstler Torge Møller und Momme Hinrichs von «fettFilm» auf einer die Bühne füllenden Projektionsfläche die Donau entlang: Sie lassen die Kamera auf dem gerade zwei Jahre alten Budapester «Palast der Künste» ruhen, dem neuen Walhall artistischer Repräsentation und Kreativität in der magyarischen Hauptstadt. Wir befinden uns in dessen Bauch, im Nationalen Konzertsaal: Wie ein Schiff ist er dem Zentralgebäude angedockt, ruhend auf Federn aus Gummi und Stahl, um den Raum von der Außenwelt abzuschirmen. Die untadelige Akustik, für die der Raumklang-Guru Russell Johnson und seine New Yorker Artec-Leute zeichnen, ermöglicht dem Dirigenten Adam Fischer eine in ihrer Feinheit und Differenzierung herausragende musikalische Interpretation des «Rheingold» und der «Walküre». Wann je hat ein Siegmund die «Winterstürme» wie ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2007
Rubrik: Festspiele I, Seite 46
von Gerhard Persché, Maté Mesterházi
Herr López-Cobos, Sie haben neunzehn Jahre lang, von 1971 bis 1990, das Orchester der Deutschen Oper Berlin dirigiert, zehn Jahre davon als Musikchef. Damals zählte das Haus zu den ersten Adressen der internationalen Opernszene. Warum sind Sie gegangen?
Ich hatte den Eindruck, dass die Routine überhand nahm. Ich war opernmüde und wollte mich neu orientieren. Die...
Auf Kassengift abonniert. Diesen Eindruck vermittelte in den letzten Jahren das clevere, vorwitzige, dabei altehrwürdige Theater im sächsischen Freiberg. Ob Lortzings «Der Pole und sein Kind» oder «Rolands Knappen», Pfitzners «Christelflein» oder Braunfels’ «Die Vögel»: Das älteste Stadttheater der Welt (heute: Mittelsächsisches Theater Freiberg-Döbeln) hat seine...
Ein Querschnitt des «Zigeunerbaron» mit Melitta Muszely legte vor mehr als vierzig Jahren den Grundstein meiner Plattensammlung. Die Österreicherin mit dem ungarischen Namen begleitete auch weiterhin meine frühen Opernjahre, denn sie war damals eine der populärsten Bühnenkünstlerinnen im deutschsprachigen Raum, omnipräsent in Rundfunk und Fernsehen wie auf...
