Jugend ohne Freiheit

«Die wunderbaren Jahre» von Torsten Rasch

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ZUKUNFTSMUSIK

Das «unmögliche Kunstwerk» Oper lebt, allen Unkenrufen zum Trotz. Als Beleg mögen abseits der Pflege des kanonischen Repertoires auch und vor allem jene Stücke dienen, die sich mit der Tradition der Gattung auseinandersetzen, dabei aber neue Wege beschreiten. Um solche Werke des Musiktheaters soll es in dieser Rubrik gehen: um Uraufführungen, in denen neue Narrative kreiert werden und die Form selbst auf dem Prüfstand steht, zugleich aber auch jene Rezeption befragt wird, die sich mit der Wiederholung überlieferter Deutungsmuster begnügt. Zu Wort kommen Komponistinnen und Komponisten, Dramaturginnen und Dramaturgen sowie Dirigentinnen und Dirigenten.

Das Theater Regensburg nimmt seit der Spielzeit 2022/23, dem Beginn der Intendanz von Sebastian Ritschel, verstärkt politische oder soziale zeitgenössische Themen in Uraufführungen oder deutschsprachigen Erstaufführungen auf den Musiktheater-Spielplan. Ende Februar bringt das Haus als Auftragswerk «Die wunderbaren Jahre» von Torsten Rasch zur Uraufführung auf der Studiobühne am Haidplatz, eine Kammeroper für drei Singstimmen, Erzähler und Kammerorchester nach der Erzählung von Reiner Kunze.

Für den gebürtigen Dresdner Rasch hat die Komposition und ihre Textgrundlage durchaus biographische Bedeutung, wie er selbst beschreibt: 

«Im Jahr 1982 ging ich mit dem Dresdner Kreuzchor auf Tournee in die BRD … In Göttingen … kaufte ich in einem Buchladen ‹Die wunderbaren Jahre› von Reiner Kunze. Den Grenzübertritt zurück in die DDR erinnere ich, als wäre er gestern gewesen, die Angst vor der Inspektion des Gepäcks oder gar einer Leibesvisitation: Staatsfeindliche Hetze wurde in der DDR mit 2–10 Jahren Gefängnis bestraft. Ich war 17. Obwohl wir im sächsischen Dresden zum großen Teil den staatlich verordneten und kontrollierten Nachrichten ausgesetzt waren, wussten wir doch viel mehr, als wir ...

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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Torsten Rasch

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