Hochzeit im Wahn

Basel, Gounod: Faust

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Längst nicht alle Quereinsteiger bringen der Oper die erhoffte Blutzufuhr. Von Philipp Stölzl ist sie indes mehr und mehr zu erwarten. Seine dritte Inszenierung – nach dem Meininger «Freischütz» und dem arg frühzeitigen Salzburger «Benvenuto Cellini» – nährt die Neugier aufs Kommende. Bildertheater – einstweilen sein Markenzeichen – ist auch dieser Gounod’sche «Faust» in Basel. Und Rahmenerzählung.

Dieweil Faust, als grau­strähniger Clochard an seinem Krankenstuhl verkabelt, mühsam seine Runden dreht, wird Marguerite, an einer Bahre festgeschnallt, einhergekarrt: so wie am bitteren Ende wieder, bevor ihr die finale Giftspritze verabreicht wird und Faust sich über ihrer Leiche krümmt. Bis dahin ist die Inszenierung dichter und dichter geworden. Auch wenn in der Winterlandschaft des zweiten Teils immer wieder der Eindruck  entsteht, die Faust-Zwillinge – Mephisto ist auch hier eine Abspaltung, das dunk­le Innere des Titelhelden – eilten, erst in Glitzeranzügen, dann in schweren Pelzmänteln (Kostüme: Ursula Kudrna), durch eine kaum verbundene Nummernrevue, durch ein Hit Hopping auf wackligen dramaturgischen Füßen.
Ein wesentlicher Pfeiler dieser Gounod-Deutung ist der Rekurs auf die ...

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Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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