Heitere Alptraumwelten
Dass dieser Herr Brouˇcek eigentlich ein unangenehmer Zeitgenosse aus der Abteilung Vermieter, Spießbürger oder Opportunist sein soll, merkt man in Matthias Oldags Inszenierung nicht so sehr. Man hört es aber auch in Janaˇceks Musik nicht wirklich heraus. Herr Brouˇcek trinkt vor allem gern mal einen über den Durst, und dann sieht er nicht nur eine, sondern zwei Laternen vor dem Wirtshaus. Und riskiert eine große Klappe. Aber er ist ein Prager und hat die geheimnisvolle Poesie dieser Stadt des Golems, der engen Gassen und der Laterna Magica im Blut.
Brouˇceks Ausflüge sind eine Vollrauschexpedition auf den Mond, dann in die Unterwelt Prags und von da aus direkt ins 15. Jahrhundert, mitten in die Hussitenrebellion. Der Spießbürger, der eigentlich nur sein Würstchen essen will, trifft dort seine Bekannten aus dem Wirtshaus wieder, allerdings in anderer Gestalt. So recht verstehen kann er aber weder die abgehobene lunare Künstlertruppe, die ihn sofort als «Publikum» traktiert, noch die Altprager, die ihn in ein altertümliches Kostüm und in den Kampf drängen wollen. Am Ende stecken sie ihn in eine Tonne – er denkt nicht daran, sich zu schlagen, sondern gibt bloß an.
Diese durchheitert ...
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