Gegen Windmühlen am Rhein
Es geht die Kunde durchs Land, die Augsburger Puppenkiste halte Ausschau nach einem neuen Stoff. Man ist geneigt, ihr einen Betriebsausflug nach Köln anzuraten. Dort steht seit den fünfziger Jahren ein Opernhaus, das mittlerweile so marode ist, dass täglich die Schließung droht. Ein Gutachten der Stadt besagt, dass eine Sanierung mit rund einhundertzweiundvierzig Millionen Euro zu veranschlagen sei – bei einem derzeitigen kommunalen Minus von fünfhundert Millionen kein Pappenstiel.
Ruckzuck hat sich ein Chor von Sachverständigen gebildet, dessen Mitglieder in polyphonem Durcheinander ihre Stimmen erheben. Städtebau-Dezernent Bernd Streitberger hat den Rechenschieber zu Hilfe gezogen und dabei erkannt, dass eine Vollsanierung immer noch günstiger sei als ein auf knapp zweihundert Millionen Euro kalkulierter Neubau. Derweil verleiht Peter-Michael Soénius seiner Hoffnung Ausdruck, die beiden bestehenden Riphahn-Gebäude für andere Zwecke nutzen und für einen Neubau Investoren, sprich Sponsoren auftreiben zu können. Peter F. Raddatz, der geschäftsführende Intendant, schwärmt für die tolle Lage: Einen besseren Standort als am Offenbachplatz gebe es nicht. Schon aber quengelt ...
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Eine neue Oper ist in Russland noch immer ein Rarissimum. Der Opernbetrieb bleibt im Prokrustesbett des Mainstream, die Barockoper oder radikale Werke des 20. Jahrhunderts haben kaum eine Chance. Umso wichtiger ist die gewagte Geste des Bolschoi Theaters, eine neue Oper in Auftrag zu geben – und zwar bei dem Schriftsteller Wladimir Sorokin und dem Komponisten...
Detlev Glanerts musikalischer Stil teilt sich dem Hörer unmittelbar mit und kommt selbst bei Kindern bestens an («Die drei Rätsel», Bonn 2004). «Scherz, Satire und tiefere Bedeutung» entpuppte sich als ein regelrechter Coup auf deutschen Theaterbühnen. Nun offeriert Gelsenkirchen den «Spiegel des großen Kaisers» – als drittes Haus –, wobei sich noch in der...
Im Theater gewesen. Geweint: So ließe sich dieser Abend mit zwei verknappten Sätzen umreißen, aber auch: einengen. Denn dieser Abend ist mehr. Es ist ein Abend, der erst lächeln macht, dann zusehends tief berührt und schließlich wie ein Messer in die Seele fährt; ein Abend mit markerschütternden Momenten, die davon erzählen, wie Menschen durch andere Menschen...
