Gegen Windmühlen am Rhein

Abriss, Umzug, Renovierung, Neubau: Was passiert mit dem Kölner Opernhaus?

Es geht die Kunde durchs Land, die Augsburger Puppenkiste halte Ausschau nach einem neuen Stoff. Man ist geneigt, ihr einen Betriebsausflug nach Köln anzuraten. Dort steht seit den fünfziger Jahren ein Opernhaus, das mittlerweile so marode ist, dass täglich die Schlie­ßung droht. Ein Gutachten der Stadt besagt, dass eine Sanierung mit rund einhundertzweiundvierzig Millionen Euro zu veranschlagen sei – bei einem derzeitigen kommunalen Minus von fünfhundert Millionen kein Pappenstiel.


Ruckzuck hat sich ein Chor von Sachverständigen gebildet, dessen Mitglieder in polyphonem Durcheinander ihre ­Stim­men erheben. Städtebau-Dezernent Bernd Streitberger hat den Rechenschieber zu Hilfe gezogen und dabei erkannt, dass eine Vollsanierung immer noch günstiger sei als ein auf knapp zweihundert Millionen Euro kalkulierter Neubau. Derweil verleiht Peter-Michael Soénius seiner Hoffnung Ausdruck, die beiden bestehenden Riphahn-Gebäude für andere Zwecke nutzen und für einen Neubau Investoren, sprich Sponsoren auftreiben zu können. Peter F. Raddatz, der geschäftsführende Intendant, schwärmt für die tolle Lage: Einen besseren Stand­ort als am Offenbachplatz gebe es nicht. Schon aber quengelt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2005
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Glanert: Der Spiegel des großen Kaisers

Detlev Glanerts musikalischer Stil teilt sich dem Hörer unmittelbar mit und kommt selbst bei Kindern bestens an («Die drei Rätsel», Bonn 2004). «Scherz, Satire und tiefere Bedeutung» entpuppte sich als ein regelrechter Coup auf deutschen Theaterbühnen. Nun offeriert Gelsenkirchen den «Spiegel des großen Kaisers» – als drittes Haus –, wobei sich noch in der...

Die Welt - ein Kindergarten

Intendant Gerd Uecker wusste, was er wollte: Ein Hasse sollte es sein, zum Schutze des barockopernunerfahrenen Publikums, aber ohne die Hasse’sche Ausführlichkeit. Alessandro di Marchi arbeitete sich also in die ausladende Musiksprache des Sächsischen Hofkomponis­ten ein und brachte Hasses vierstündige Dresdener Debüt­oper «Cleofide» spielend auf gut zweieinhalb...

Fromme Tableaus

Venedigs neuer «Parsifal» stand zweifach im Zeichen der Trauer. Das Pub­likum gedachte Marcello Viottis, des kürzlich verstorbenen Musikchefs des Hauses, der die Produktion musikalisch leiten sollte. Zuvor hatten Gewerkschaftssprecher einen Appell verlesen, der die dramatischen Subventionskürzungen im Kulturbereich zum Thema hatte: Die Opernsituation Ita­liens sei...