Wenn Kinder weinen
Im Theater gewesen. Geweint: So ließe sich dieser Abend mit zwei verknappten Sätzen umreißen, aber auch: einengen. Denn dieser Abend ist mehr. Es ist ein Abend, der erst lächeln macht, dann zusehends tief berührt und schließlich wie ein Messer in die Seele fährt; ein Abend mit markerschütternden Momenten, die davon erzählen, wie Menschen durch andere Menschen zugrunde gerichtet werden aus niederen Motiven. Kaum eine Hoffnung lebt hier auf.
Dabei hat alles so harmlos-heiter angefangen.
Martin Schüler zitiert in seiner Inszenierung, die, seltsam genug, als semiszenisch angekündigt war, es aber nicht ist – zunächst den Salon des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Salon, das hieß weiland: Wir frönen, und möge sie auch noch so ernst sein, der Kunst, damit das Leben heiter sei und werde. Richard Wagner war ein großer Verfechter dieser Idee, und Engelbert Humperdinck, einer seiner größten Verehrer, ein gern gesehener Gast in Bayreuth. Warum, so Schülers Grundidee, also nicht einfach einen solchen Salon, wie er dereinst in der Villa Wahnfried stattgefunden hat, nachempfinden und auf der Bühne des Cottbuser Staatstheaters eine Oper aufführen lassen, die zwar erst 1910 in New York an der ...
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