Feldmarschallin und Großherzogin
Régine Crespin, die am 5. Juli in einem Pariser Krankenhaus im Alter von achtzig Jahren verstorben ist, war ohne Zweifel die bedeutendste französische Operndiva in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Eine typische Vertreterin französischer Gesangstradition war sie weniger. Zwar hat sie einige Partien des französischen Repertoires gesungen, etwa Marguerite in «La Damnation de Faust», Didon und Cassandra in «Les Troyens», Pénélope in Faurés gleichnamiger Oper, Salomé in Massenets «Hérodiade» und – sehr spät – Carmen.
Doch ihr Nachruhm ist vor allem mit einigen großen Verdi- und WagnerPartien sowie mit Tosca und der Marschallin verbunden.
Régine Crespin wurde am 23. Februar 1927 in Marseille als Tochter eines französischen Geschäftsmanns und einer Italienerin geboren und sollte nach dem Willen der Eltern Pharmazie studieren. Doch sie bestand die Aufnahmeprüfung nicht und gewann stattdessen einen Gesangswettbewerb, so dass ihr der pragmatische Vater ein Studium am Pariser Conservatoire gestattete, wo die Sopranistin Suzanne Cesbron-Viseur und der Tenor Georges Jouatte ihre Lehrer waren. 1950 debütierte Crespin in Mulhouse als Elsa im «Lohengrin» und erhielt da-raufhin ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist gut vier Jahrzehnte her, dass – mit Beginn der Spielzeit 1966/67 – ein junger Bariton die Bühne der Hamburgischen Staatsoper betrat, der aufmerken ließ: mit der schon gefestigten Stimme eines Endzwanzigers von bildschönem Timbre, kantabler Qualität und gestisch beredter Diktion, dazu mit einem Bühnenausdruck von starker, bisweilen ans Charismatische...
Auf Kassengift abonniert. Diesen Eindruck vermittelte in den letzten Jahren das clevere, vorwitzige, dabei altehrwürdige Theater im sächsischen Freiberg. Ob Lortzings «Der Pole und sein Kind» oder «Rolands Knappen», Pfitzners «Christelflein» oder Braunfels’ «Die Vögel»: Das älteste Stadttheater der Welt (heute: Mittelsächsisches Theater Freiberg-Döbeln) hat seine...
Das Gütesiegel «Festspielpremiere» ist unverdient. Christof Loys Hamburger Inszenierung des Rossini’schen «Turco in Italia» wurde in München durch den Assistenten und «Spielleiter» Benedikt von Peter einstudiert. Loy selbst probte derweil in Salzburg Haydns «Armida». Weder die kaum mehr als durchschnittliche Sängerbesetzung noch die laue Charakterzeichnung noch das...
