Ein verleugnetes Kind

Zur Wiederentdeckung eines Werks von Luigi Dallapiccola aus dem Jahr 1940

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Die Opern Dallapiccolas gehören fraglos zu den bedeutendsten italienischen Bei­trägen zum Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Entsprechend gut ist das Œuvre des Komponisten durchforscht. Der 2002 vom Florentiner Mario Ruffini he­rausgegebene Werkkatalog war abgeschlossen – zumindest schien es so. Im vorigen Jahr jedoch entdeckte Ruffini im Fondo Dallapiccola ein Programmblatt des Maggio Musicale von 1940. Es ist ein vollkommen vergessenes Dokument der Experimentierfreude, die der Musikalische Mai in der Zeit des Fa­schis­mus zeigte: Kompositionen aus dem 15. und 16.

Jahrhundert, darunter eine Arie aus einer der ersten Opern der Musik­ge­schichte, Peris «Euridice», wurden in modernen Bearbeitungen aufgeführt. Von besonderem Interesse ist Luigi Dallapiccolas Bearbeitung für Kammer­en­semble einer Canzonetta («Amor dormiglione» für Sopran und Basso continuo) der hochbegabten Barbara Strozzi (geboren um 1620). Dallapiccola selbst erwähnte danach weder jemals das Stück noch den Namen Strozzi, auch die Partitur ist verschollen – das hat seinen Grund.
Ruffini fand nicht nur eine Kritik in der Florentiner «Nazione», in der ein konservativer Rezensent Dallapiccolas Arbeit eher abweisend ...

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Opernwelt Februar 2006
Rubrik: Magazin, Seite 21
von Dietmar Polaczek

Vergriffen
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