Editorial Opernwelt 12/24

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Das glamourös-glitzernde Glück währt genau 18 Minuten. Und das seit 1963, einmal pro Jahr, an Silvester, auf etlichen Kanälen der real noch existierenden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, stets und wie gewohnt zur besten Sendezeit.

«Dinner for one» ist vielleicht der witzigste Sketch aller Zeiten (ersonnen hat ihn natürlich kein Deutscher, sondern ein Brite, der smarte Lauri Wylie), und das liegt vor allem an Freddie Frinton in der Rolle des unüberbietbar narrenhaften Butlers James (wie sollt’ er auch anders heißen) und der unvergleichlich stoischen May Ward als seine «Herrin» Miss Sophie. Sie beide bilden das brillante Gespann einer Komik von nachgerade Bergson’scher Dialektik. Gipfelpunkte ihrer lakonisch-süffisanten Kommunikation sind jene Momente, in denen James Dame Sophie, vom Alkohol zunehmend vernebelt, fragt: «The same procedure as last year, Miss Sophie?», und sie ihm mit gespielt-maliziöser Strenge antwortet: «The same procedure as every year, James.»

Blickt man in die Herbstspielpläne deutschsprachiger Opernhäuser, speziell im nebligen Monat November, fällt einem dieser Satz, wenngleich mit einer veränderten Konnotation, unweigerlich wieder ein: The same ...

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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten

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