Editorial
Wenn es ums Geld geht, hört der Spaß bekanntlich auf. Manchmal fängt er allerdings, gibt man nur genug davon für prestigeträchtige Kulturbauten aus, dann auch erst so richtig an. Rund zweihundertfünfzig Millionen Euro hat man sich im spanischen Valencia einen von Star-Architekt Santiago Calatrava entworfenen «Palast der Künste» kosten lassen – in der Erwartung, das spektakuläre Gebäude werde Besucher aus aller Welt locken (siehe Seite 28). Auf einhundertsechsundachtzig Millionen Euro ist ein neues Konzertzentrum in Hamburg veranschlagt, die Elbphilharmonie.
Geplant hat den kühnen Glaskasten das gleichfalls zur S-Klasse zählende Büro Herzog & de Meuron – auf dem Dach eines alten Hafenspeichers. Das vorwiegend privat finanzierte Projekt – knapp sechzig Prozent der avisierten Baukosten sind durch Spenden sowie einen Investor abgesichert – soll der Hansestadt, so die Hoffnung, zu einem Spitzenplatz unter den Kulturmetropolen dieser Welt verhelfen. Die Liste ließe sich mühelos fortschreiben.
Dass sich hinter den hypermodernen Fassaden indes oft gravierende Schönheitsfehler verbergen, gerät angesichts des sichtbaren Glanzes leider meist aus dem Blick. Es sind nicht so sehr bauliche ...
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