Die gefährliche Einsamkeit einer Mutter
Wie soll man heute die fern gerückte Geschichte der Medea erzählen? Kindsmord durch die eigene Mutter findet heutzutage überwiegend in prekärem Milieu statt, als Ursachen für die Kindesmisshandlung mit Todesfolge werden zumeist Verwahrlosung und Überforderung ausgemacht. Also eher nicht jene rasende Rache aus Eifersucht, von der der antike Medea-Mythos erzählt. Der noch dazu in der upper class spielt, ist doch Medea eine Königstocher.
Auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Klasse knirscht die Übersetzung ins Heute, denn die ungeliebten Kinder der Schönen und Reichen pflegen sich im 21. Jahrhundert vorzugsweise mittels Drogen selbst aus dem Leben zu schießen.
Florian Lutz holt in Bielefeld Luigi Cherubinis Tragédie lyrique «Médée» in eine zwischen den 1980ern und heute oszillierende Gegenwart, verpflanzt den Konflikt in den Kern der Gesellschaft – die konsumfreudige Mittelschicht – und denkt darüber nach, wie wir es heute eigentlich mit unseren Kindern halten. So hantiert gleich zu Beginn der Damenchor mit Puppenkindern, die emsig mit Musikinstrumenten und anderem pädagogischen Gerät zu erfolgreichen Aufsteigern abgerichtet werden. Die Hochzeitsgesellschaft von Jason und Dircé ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Regine Müller
Im Jahr 1960 wandte sich die Filmfirma der DDR, die Deutsche Filmaktiengesellschaft (kurz: Defa), an den damaligen Operndirektor in Leipzig, Joachim Herz, um den ersten Film der Kinogeschichte nach einer Oper von Richard Wagner zu machen. Herz entschied sich für den «Fliegenden Holländer» und für ein aufwändiges, vier Jahre währendes Produktionsverfahren: Zuerst...
Dresden, die Strauss-Stadt. «Feuersnot», «Elektra», «Salome», «Der Rosenkavalier» – sie alle sind hier uraufgeführt worden. Dirigiert von Ernst von Schuch, Strauss’ Leib- und Seelendirigent. Schuch hatte ein Haus zehn Kilometer abseits der Semperoper, in Radebeul, zwischen Weinbergen und Elbstrom. Gleich neben dem Gasthof Goldene Weintraube. Heute steht hier das...
arte
1.6. – 18.30 Uhr
3./10.6. – 5.15 Uhr
Wiener Walzer.
Wien 2011. The Philharmonics. Walzer von Johann Strauß Sohn.
1.6. – 23.45 Uhr
6./12.6. – 5.05 Uhr
18.6. – 5.00 Uhr
Hommage an Schumann.
Festival d’Aix-en-Provence 2010.
2.6. – 5.05 Uhr
Spuren ins Nichts.
Film von Eric Schulz über den Dirigenten Carlos Kleiber. Mit Brigitte Fassbaender, Veronika Kleiber, Plácido...
